HomeKlassenkampfJugendMatura startet - keine Rücksicht auf Pandemiefolgen

Matura startet – keine Rücksicht auf Pandemiefolgen

Wien. Am 2. Mai starten in Österreich die Maturaprüfungen. Heuer, wie auch in den kommenden Jahren, wird sich die Corona-Politik in ihrer Ignoranz der Bedürfnisse der Jugend und der Arbeitenden niederschlagen. Die Schülerinnen und Schüler, die nun zur Matura antreten, denen gegenüber der aktuelle Bildungsminister harte Ansagen gemacht hat, denen er versicherte, die Matura könne auch am Krankenbett abgenommen werde, hatten keine Chance durch Engagement die Folgen des Distance Learnings auszugleichen.

Das Problem heißt Bildung im Kapitalismus

Moritz Pamminger von der Jugendfront der Partei der Arbeit hielt am Sonntag in seiner Rede auf der Wiener Maikundgebung fest: „Schon vor der Krise und der Pandemie haben wir Jugendliche täglich erleben müssen, dass dieses System, der Kapitalismus, uns keine Zukunft bieten kann. Die zahlreichen Probleme, mit denen wir uns konfrontiert sahen, haben sich in den letzten Jahren aber noch weiter verschärft.“ 

Schon in einer Erklärung hielt die Jugendfront im Februar dieses Jahres fest: „Das Problem heißt Bildung im Kapitalismus. Zu große Klassen, Leistungsdruck, Zentralmatura, Performance vor Inhalten, mangelnde Ressourcen zur Förderung und vieles mehr sind negative Auswirkungen des Kapitalismus auf das Bildungssystem. Dass ein Kind oder ein Jugendlicher aus der Arbeiterklasse den ‚Bildungsaufstieg‘ schafft, ist seit jeher in Österreich sehr unwahrscheinlich! Matura als Kind der Arbeiterklasse geschweige denn Unibesuch ist sehr unwahrscheinlich, da Bildung gemäß dem Einkommen in der Regel vererbt wird. Auch der Druck auf das Lehrpersonal hat sich massiv erhöht; auf individuelle Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler – nicht nur auf inhaltliche, sondern auch auf psychosoziale Bedürfnisse – einzugehen, ist vielfach nicht möglich.“

Die Jugendfront sagt dem Bildungssystem in Österreich den Klassenkampf an und betont, eine andere Matura ist notwendig. Sie macht Schülerinnen und Schülern das Angebot, sich in einer Front zu organisieren und für ein anderes System zu kämpfen. Denn auf die Herrschenden braucht man, wie sie immer wieder eindrücklich demonstrieren, nicht setzen.

In einer Veröffentlichung der Jugendfront anlässlich des Beginns der Maturaprüfungen heißt es: „Tausende Maturantinnen und Maturanten werden in den kommenden Tagen und Wochen ihre schriftlichen und mündlichen Prüfungen ablegen. Als Jugendfront wünschen wir allen viel Erfolg und rufen zum Widerstand gegen die Zustände an den Schulen auf. Was an Leistungsdruck, stupidem Auswendiglernen, fehlender fachlicher und psychosozialer Betreuung und Ausstattung an vielen Schulen schon immer da war, wurde durch die gescheiterte Corona-Politik des Staates verschärft. Hinzu kam die Angst vor gesundheitlichen Folgen und Ansteckungen, massenweisen Ausfällen und Überforderungen des Personals durch die Pandemiepolitik und leeren Versprechen.

Schließ dich uns an: für eine andere Matura mit ausreichender, transparenter und staatlich ausfinanzierter Vorbereitung statt Leistungsdruck und Versagensängsten. Nur der Klassenkampf bietet den Weg, um unsere Rechte gegen die herrschende Politik durchzusetzen!“

Quelle: Jugendfront/Zeitung der Arbeit

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