HomeKlassenkampfKeine Reallohnsteigerung trotz Kollektivertrag - Auch bei der Post

Keine Reallohnsteigerung trotz Kollektivertrag – Auch bei der Post

Es häufen sich in den aktuellen Lohnrunden Abschlüsse, die genau auf oder sogar unterhalb der Inflationsrate liegen. Immer mehr Menschen haben trotz Kollektivverträgen weniger Lohn, da dieser weniger steigt, als das Leben in der selben Zeit teurer wird.

In der neusten Veröffentlichung der Österreichischen Nationalbank wird für Februar eine Kerninflationsrate von 2,2 Prozent für Energie, Dienstleistungen, Industriegüter ohne Energie, Nahrungsmittel attestiert. Der tiefe Ölpreis hat hier einen starken Einfluss, an sich ist die Inflation Anfang des Jahres laut ÖNB krisenbedingt stärker gestiegen. 2019 wurde für Österreich eine Inflationsrate von 1,5–2,0 Prozent, je nach Index, insgesamt festgestellt. In den aktuellen Kollektivvertragsabschlüssen spiegelt sich dies kaum wider.

Österreichs Lohnentwicklung unterhalb des EU Durchschnitts 

Österreich ist, was die Reallohnentwicklung angeht, unterhalb des EU-Durchschnitts. Das heißt, die Löhne in Österreich steigen zwar, aber im Verhältnis zur Teuerung steigen sie kaum bis gar nicht oder ihr realer Wert sinkt sogar. Somit ist das, was man sich vom Lohn leisten kann, am Ende nicht mehr, auch wenn der Kollektivvertrag ein Plus ausweist. 2017 sind die Reallöhne in Österreich um 0,8 Prozent gesunken, 2018 um 0,4 und 2019 um 0.7 Prozent, also kaum merkbar, gestiegen. Auch 2019 lag Österreich damit unterhalb des EU- Durchschnitts an Reallohnzuwächsen.

Auch bei der Post heuer kein Reallohnzuwachs

Der KV-Abschluss vom 04. Juni für die Post liegt mit 2,08 Prozent für KV-Neu Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und um 1,58 Prozent für Lehrlinge und Beamte unterhalb der Inflationsrate. Die Post-Gewerkschaft spricht in ihrer Presseaussendung jedoch davon, dass sie ihr Ziel der vollen Inflationsabgeltung der letzten 12 Monate für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen konnte. 

Auch der Abschluss im SWÖ-Bereich oder in der Elektro- und Glashüttenindustrie liegt unterhalb der Inflationsrate oder entspricht dieser genau. In der Chemieindustrie gibt es seitens der Unternehmer das Angebot von 1,45 Prozent Lohnsteigerung, was jedoch seitens der Gewerkschaften aktuell auf Ablehnung stößt. Die Beispiele verdeutlichen wieder einmal, dass ein Kollektivvertrag und die Sozialpartnerschaft kein Garant für gute Arbeitsbedingungen und ein gutes Auskommen sind. Die Abschlüsse werden von den Fachgewerkschaften dennoch vielfach als Erfolg gefeiert und man versucht die Arbeiterklasse offenbar hinters Licht zu führen.

Quelle: ÖNB/ÖNB/Hans-Böckler-Stiftung/Statistik Austria

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