Start Klassenkampf MAN will 6000 Beschäftigte in Österreich und Deutschland kündigen

MAN will 6000 Beschäftigte in Österreich und Deutschland kündigen

Eine „Neuaufstellung“ auf Kosten der Beschäftigten plant der zum VW-Konzern gehörige LKW- und Bushersteller MAN. Auch der Produktionsstandort Steyr soll davon betroffen sein.

Wien/Steyr/München. Der Nutzfahrzeughersteller Traton SE, der wiederum im Besitz des Volkswagen-Konzerns steht, plant laut Betriebsrat die Streichung von 6.000 Arbeitsplätzen in der Tochterfirma MAN. Dies würde die Beschäftigten in Österreich und Deutschland treffen, wo das Unternehmen u.a. in Steyr (OÖ) und München über große Werksanlagen verfügt. Laut den Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Erich Schwarz aus Steyr werden vor allem die Angestellten im Verwaltungsbereich von den Maßnahmen betroffen sein. Allein im Werk in Steyr arbeiten 750 der insgesamt 2.300 beschäftigten Personen im administrativen Bereich. Konzernbetriebsratschef Saki Stimoniaris sprach in diesem Kontext davon, dass „Anpassungen zu machen seien“ und man „dort und da zu viel Speck um den Gürtel habe“, womit er direkt die Perspektive der Arbeitgeberseite und damit des Kapitals übernimmt. 

„Neuaufstellung“ auf Kosten der Beschäftigten

Die Details sind noch unbekannt, angeblich werde es Steyr „nicht so hart treffen“. Der Betriebsratsvorsitzende Schwarz in Steyr meinte, dass sich das Management erst ein Bild machen müsse. Zumal der Betriebsrat davon ausgeht, dass das neue, zuletzt ausgewechselte Management sich an die Standort- und Beschäftigungssicherungsverträge halten wird, die bis 2030 gelten. MAN, ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über zwölf Milliarden Euro (2018), rechtfertigt die Kündigungen auch damit, dass man sich neu aufstellen müsste, um im weltweiten Wettbewerb mitzuhalten, was konkret bedeutet, mehr Investitionen in Digitalisierung und Elektromobilität zu tätigen. Dafür sollen nun die Beschäftigten zahlen. Wieweit der MAN-Standort Wien, an dem ca. 700 Beschäftigte arbeiten, und wo vor allem Militärfahrzeuge gefertigt werden, von den Kürzungsplänen betroffen ist, ist noch nicht bekannt.

Quelle: ORF

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