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MAN: Zuckerbrot und Peitsche

Nachdem die Arbeiter bei MAN in Steyr vergangene Woche das vom Kapital dargebotene Zuckerbrot aufrecht ablehnten, packt das Kapital die Peitsche aus. Als ersten Schritt kündigte die MAN-Zentrale in München an, dass die Hälfte der 278 Leiharbeiter in den nächsten Wochen ihre Arbeit verlieren sollen.

München/Steyr. Seit Wochen und Monaten versuchte der MAN-Konzern gemeinsam mit dem Investor Siegfried Wolf und den Arbeiteraristokraten im ÖGB die Arbeiter und Arbeiterinnen bei MAN in Steyr zu erpressen. Gemeinsam präsentierten sie die Übernahme des Standortes durch Wolf und die damit einhergehende Kündigung von mindestens 600 Kolleginnen und Kollegen sowie Lohneinbußen um 15% als Zuckerbrot, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter zu schlucken hätten. Zwei Drittel der Belegschaft lehnten das in einer Urabstimmung vergangene Woche jedoch ab.

Das Kapital packt nun die Peitsche aus und es geht Schlag auf Schlag. Es begann mit einem Bericht, dass der am 7. April pensionierte Arbeiterbetriebsrat Erich Schwarz vergangene Woche mit einem Betretungsverbot von MAN belegt wurde. Üblicherweise durften auch pensionierte Arbeiterinnen und Arbeiter mit einer Voranmeldung auf das Gelände, Schwarz wird dies vom Konzern untersagt.

Gestern folgte der nächste Schlag. Die MAN-Zentrale in München ließ die Nachricht verbreiten, dass in den nächsten Wochen die Hälfte der im Werk in Steyr arbeitenden 278 Leiharbeiter ihre Arbeit verlieren sollen. Als Begründung gab man an, dass die Belegschaft „Plan A“, den Einstieg des Investors Wolf, abgelehnt hatte und nun „Plan B“, die Schließung des Werks, konsequent umgesetzt werde. Einen „Plan C“ gäbe es nicht, wenn die erste Hälfte abgebaut ist, solle der Rest folgen.

Der Betriebsrat zeigt sich überfordert von der Situation. Er verwies Berichten zufolge lediglich darauf, dass er von der Konzernzentrale noch gar nicht offiziell informiert wurde und, dass er den Schritt nicht verstehen könne, schließlich seien die Auftragsbücher voll. Zu guter Letzt betonte er noch einmal, dass Streik nur das allerletzte Mittel sei.

Die Partei der Arbeit erklärte bereits vergangene Woche in einer Stellungnahme auf ihrer Homepage, dass die Ablehnung dieser Erpressung, die als Zuckerbrot präsentiert wurde, richtig war. Sie forderte eine entschädigungslose Verstaatlichung des Werkes, um die Arbeitsplätze zu sichern. Sollte das Werk in Steyr finanziell belastet sein, solle dies nicht mitübernommen werden. Die Partei der Arbeit betonte, dass eine Sicherung der Arbeitsplätze und damit die Zukunft der Arbeiterinnen und Arbeiter allerdings nicht herbeiverhandelt werden kann. Die Belegschaft muss jetzt alles daransetzen, den Kampf, den sie mit der Ablehnung der Erpressung durch MAN und Wolf in Komplizenschaft mit den Spitzen der Gewerkschaft begonnen hat, fortzusetzen.

Quelle: ORF/ZdA/ZdA/PdA

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