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Neuer Präsident der Industriellenvereinigung gegen Vermögensbesteuerung

Die Industriellenvereinigung will für ihre Mitgliedsbetriebe eine Verlängerung der Kurzarbeit bis in den Winter hinein, sie fordert niedrigere Steuern für die Unternehmen und lehnt eine Vermögensbesteuerung kategorisch ab. So lässt sich das Programm des neu gewählten Präsidenten Georg Knill zusammenfassen.

Wien/Weiz. Der neue Präsident der Interessenvertretung der Industriellen leitet im steirischen Weiz gemeinsam mit seinem Bruder einen seit 1702 bestehenden Familienkonzern mit 2.000 Beschäftigten. Die Kaiserlich-königliche Armee der Monarchie wurde von den Vorgängern Knills mit Säbeln beliefert. Sein Bruder Christian ist Gewerkschaftern von den jährlichen Metaller-KV-Verhandlungen als Chefverhandler auf Seiten des Fachverbandes der Metalltechnischen Industrie ein Begriff. Er setzt sich regelmäßig gegenüber den Gewerkschaften mit Lohnabschlüssen, die zu Reallohnverlusten führen, durch, da diese über symbolische Kampfmaßnahmen nie hinausgehen und brave „Sozialpartner“ im Interesse der Industriellen sind.

Programm für Kurz, mildes Lächeln für Kogler

Der neu gewählte Präsident der Industriellenvereinigung (IV) skizzierte nach seiner Wahl, die erstmals in der Geschichte der IV als Kampfabstimmung durchgeführt wurde, die Eckpunkte seines Programms. Er verlangt von der Regierung eine Verlängerung der Kurzarbeit bis in den Winter hinein. Die Körperschaftssteuer soll von 25 auf 21 Prozent gesenkt werden, eine Vermögensbesteuerung wird von der Industriellenvereinigung hingegen kategorisch abgelehnt. Mit diesen Eckpunkten versorgt, weiss Bundeskanzler Sebastian Kurz, was er den Industriellen, unter denen sich nicht wenige Spender und Unterstützer befinden, zu liefern hat. Dass sein Vizekanzler Werner Kogler von den Grünen davon spricht, dass heuer noch eine Vermögensbesteuerung kommen soll, wird in diesen Kreisen wohl nur milde belächelt.

Quelle: Industriemagazin/Industriemagazin

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