HomeInternationalesOrganisierte Gewalt gegen streikende TNT-Fedex-Arbeiter

Organisierte Gewalt gegen streikende TNT-Fedex-Arbeiter

Für den Profit ist den Unternehmern alles recht. Streikposten in Italien stehen unter zunehmendem Druck – entweder versucht die Polizei, Blockaden gewaltsam zu räumen oder sie schaut zu, wie die Bluthunde der Unternehmen das selbst in die Hand nehmen. Ein Arbeiter wurde dabei fast totgeprügelt.

Italien/Tavazzano. Am Freitag, 11. Juni, ereignete sich ein brutaler Überfall von vom Unternehmen Zampieri gedungenen Schlägertrupps auf die streikenden Fedex-Arbeiter in Tavazzano (Provinz Lodi), um den Weg der LKWs mit Gewalt freizumachen. Aufnahmen der Aggression wurden zeitnah in der Nacht von der Gewerkschaft Si-Cobas veröffentlicht. Der Arbeiter und Gewerkschafter Abdelhamid Elazab wurde dabei fast totgeprügelt, Bilder seines leblos auf dem Boden liegenden Körpers und seines blutverschmierten Gesichts wurden im Internet verbreitet und lösten eine Schockwelle aus. Er wurde ins Spital gebracht und hat den Anschlag knapp überlebt.

Organisierte und bezahlte Gewalt

Die streikenden Arbeiter wurden in der Nacht auf ihrem Streikposten von einer wütenden Meute, die mit Stöcken, Steinen und Flaschen bewaffnet war, hinterrücks angegriffen. Die verständigten Polizeieinheiten ließen etwa zehn Minuten verstreichen, ehe sie sich einmischten. Die Kommunistische Jugendfront (FGC) und Si-Cobas sprechen in diesem Zusammenhang von squadrismo, d.h. von militantem und organisiertem Vorgehen gegen die Arbeiterbewegung, das besonders mit der Zeit des Faschismus und der damit einhergehenden brutalen Niederschlagung des Klassenkampfs verbunden wird:

„Der Squadrismo der Unternehmer agiert ungestört gegen den immer mutigeren Kampf der FedEx-Arbeiter für die Rücknahme der Entlassungen und gegen die Schließung des Lagers in Piacenza, das sind erste Schritte einer riesigen Umstrukturierungsaktion, die Tausende von Arbeitern miteinschließt“, schreibt der FGC.

Si-Cobas spricht im Hinblick auf die gewalttätige Aggression in ihrer Aussendung von versuchtem Mord und fordert ein Ende der Strategie der Spannung gegen kämpfende Arbeiterinnen und Arbeiter. Die Schuld liegt bei der Unternehmensführung von Zampieri, die sich nicht gescheut hat, mit Söldnern und einigen Arbeitern, denen angedroht wurde, die Verträge nicht mehr zu erneuern, falls die LKWs nicht wie gewohnt durchfahren können, gegen den Streikposten gewaltsam vorzugehen:

„ES IST AN DER ZEIT, DIESE ESKALATION DER GEWALT GEGEN DIE KÄMPFE DER ARBEITER MIT ALLEN MITTELN ZU STOPPEN!

Seit mehr als 10 Jahren hat unsere Gewerkschaft immer völlig friedlich und mit bloßen Händen vor den Toren der Lagerhäuser demonstriert und gestreikt: Aber wenn dies bedeutet, dass die Arbeiter ihr Leben riskieren, um ihre Rechte einzufordern, und passiv die Gewalt und Wut der Arbeitgeber ertragen müssen, dann ist die Organisation der proletarischen Selbstverteidigung notwendig und nicht länger aufzuschieben!“

Die Meinung der Herrschenden

Kritisiert wird auch die darauffolgende Berichterstattung der bürgerlichen Medien (allen voran: Corriere della Sera und Libertà in Piacenza), die in ihren Artikeln von einem Konflikt zwischen entlassenen und neu-eingestellten Arbeitern ausgegangen sind, was natürlich eine Berichterstattung darstellt, die das Unternehmen Zampieri aus der Verantwortung für den feigen Angriff nimmt und somit im Sinne des Klassenfeinds geschrieben wurde. Hinter dem Angriff steckt im Gegensatz dazu laut Si-Cobas, die vor Ort waren, in erster Linie TNT-FedEx als Mandanten, die Zampieri Holding s.r.l. als mafiöse Unternehmensstruktur, der Sicherheitsdienst SKP, von dem sich der Großteil des Schlägertrupps speiste und die Polizeikräfte, die zugesehen haben, ohne zu intervenieren.

Für den 18. Juni wurde deshalb von Si-Cobas ein 24-stündiger, landesweiter Streik der Logistik ausgerufen, an dem sich inzwischen auch ADL-Cobas und USB-Logistik beteiligen, während für den 19. Juni in Rom eine Großkundgebung der klassenkämpferischen Gewerkschaften angemeldet ist, zu der auch die Kommunistische Jugendfront mobilisiert. Unter der Losung der geeinten Klassenfront wird die Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiterinnen und Arbeiter sowie ein Ende der institutionalisierten Gewalt gefordert.

Quellen:Si Cobas /FGC / Si Cobas

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