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Personalmangel in der Pflege

In Niederösterreich zeigt sich schon jetzt ein Personalmangel in der Pflege, insgesamt sind aktuell 110 Betten deswegen nicht belegt. Dieser Zustand ist nicht vom Himmel gefallen und wird sich nur durch tiefgreifende Maßnahmen ändern lassen.

Sankt Pölten. Es wird im Rahmen der Pandemie noch deutlicher, was vorher bereits klar war: Im Bereich der Pflege herrscht Personalmangel. Dieser ist durch den Ausbruch von Corona und damit zusammenhängenden Personalausfällen noch einmal virulenter geworden, nahm jedoch auch davor bereits ein Ausmaß an, das gute Pflege potenziell gefährdet hat, auch wenn die Kolleginnen und Kollegen sich bereits überverausgabten. Aktuell ist allein für Niederösterreich die Rede davon, dass 110 Betten aufgrund des Personalnotstandes leer stehen. In Zeiten des demographsichen Wandels, in dem der Bedarf an Pflege tendenziell weiter und auch stärker ansteigen wird, wirkt der Istzustand fast schon bedrohlich. 

Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) sagte dem ORF gegenüber: „Ja, es gibt Probleme, das ist evident“. Gleichzeitig beschwichtigt sie jedoch: „Wenn wir die Punkte, die am Tisch liegen, umsetzen, können wir den wirklichen Notstand noch ein Stück weit hinausschieben.“ In diesem Zusammenhang spricht die Soziallandrätin von der wichtigen Rolle der Pflegereform. Im Rahmen dieser ginge es ums Geld sowie die Kompetenzausweitungen der Pflege-Assistentinnen und ‑Assistenten.

Pflege ist kein Markt für Profite

Wer sich mit der Pflegereform der Regierung auseinandersetzt, weiß jedoch, dass diese an den grundlegenden Problemen in diesem Bereich wenig bis gar nichts ändern wird. Bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal, weniger Zeitdruck, Assistenzsysteme für Hebetätigkeiten und zur physischen Entlastung sollten hierbei ebenso wie ein höherer Lohn zur Attraktivierung des Arbeitsfeldes sowie zur Sicherstellung von guter Pflege und Sorge eine zentrale Rolle spielen, um nicht nur „den wirklichen Notstand hinauszuschieben“, sondern das Problem potenziell zu lösen. Das bedeutet natürlich Ausgaben, und zwar für Menschen, die in der Regel nicht mehr als Arbeitskraft für den Kapitalismus verwertbar sind, für einen Bereich, der keine Profite generiert. In einer kapitalistischen Gesellschaft ist wenig wahrscheinlich, dass sich so etwas einfach durchsetzen ließe. Stattdessen werden Pflege und Gesundheit immer stärker wie andere Märkte behandelt und für Konzerne geöffnet, die Profite auf Kosten der Allgemeinheit machen und die Arbeitsbedingungen in diesem Bereich tendenziell verschlechtern. 

Quelle: ORF

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