Wien. In den vergangenen Wochen fanden österreichweit die Wahlen zur Landesschülervertretung für das Schuljahr 2025/26 statt. Insgesamt wurden dabei 163 Mandate in den Landesschülervertretungen (LSV) sowie 29 Mandate in der Bundesschülervertretung (BSV) vergeben.
Mit 125 von 163 Mandaten konnte die der ÖVP nahestehende Schülerunion in den LSV-Wahlen bundesweit die meisten Sitze erringen. Auf Bundesebene stellt sie künftig 23 der 29 Mandate und damit erneut die Mehrheit in der BSV.
Die Schülerunion wird damit voraussichtlich die Bundesschulsprecherin oder den Bundesschulsprecher sowie die Sprecherinnen und Sprecher für die einzelnen Schulformen – AHS, BMHS, Berufsschulen und Zentrallehranstalten – stellen. Die formelle Wahl zur Bundesschülervertretung erfolgt im Herbst.
Dass die Wahlen zu dem Gremium, das eigentlich die oberste Ebene der Interessensvertretung von Schülerinnen und Schülern in Österreich ist, überhauptstattgefunden haben, ist vielen Schülerinnen und Schülern gar nicht bekannt. Es wählen nämlich nicht die Schülerinnen und Schüler, sondern lediglich die Schulsprecherinnen und ‑sprecher.
Die Übermacht der Schülerunion (in Niederösterreich und Oberösterreich sogar jeweils mit 24 von 24 Mandaten in den LSVs), die ihre Nähe zur ÖVP zwar vertuschen mag aber de facto als Vorfeldorganisation dieser bezeichnet werden kann, erklärt sich also vor allem aus der fehlenden demokratischen Legitimation dieses Systems. Neben ihr gibt es vor allem noch die Aktion kritischer Schüler_innen der SPÖ, die sich das Monopol auf die verschiedenen Gremien mit der Schülerunion teilen und zumindest in Wien die Mehrheit stellen.
Beide Fraktionen müssen nicht die Masse der fast 1,2 Millionen Schülerinnen und Schüler von ihren Positionen und ihrer Strategie überzeugen und sie über die Belange der Schülervertretung informieren, sondern lediglich auf die Schulsprecherinnen und ‑sprecher einwirken, sobald diese gewählt sind. Das geschieht über mehrere das ganze Jahr über organisierte Aktivitäten, Partys, Seminare, etc.
Quellen: OTS/Jugendfront