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Weniger Krankenstände und mehr krank arbeiten

Laut Arbeitsklima-Index gaben im Jahr 2019 39 Prozent der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher an, zumindest einmal krank gearbeitet zu haben, im ersten Quartal 2021 traf das schon auf 53 Prozent zu.

Linz. Die Arbeiterkammer Oberösterreich veröffentlichte aktuelle Zahlen zu den Krankenständen, deren Dauer und Arbeiten trotz Krankheit. Krankenstände nahmen im Pandemiejahr in der Anzahl ab. Das ist wenig verwunderlich, da durch Homeofficeregelungen, Kurzarbeit sowie Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und Masken ebenso wie Kontaktbeschränkungen Ansteckungen und Infektionen zurückgingen. So blieb beispielsweise auch eine Grippewelle 2020 aus. Was jedoch nciht bedeutet, dass die Lage, auch nicht die gesundheitliche, der Arbeitenden sich tatsächlich verbessert hätte. Kein Grund zum Jubeln, psychische Probleme haben bereits nachweislich zugenommen und auch sonstige Langzeitfolgen des Ausnahmezustandes und der Pandemie sind noch nicht abschätzbar.

Die Angst, sich beim Arzt oder bei der Ärztin oder im Krankenhaus mit dem Virus anzustecken, führte zu einer verringerten Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Die Folge: Krankheiten wurden erst später erkannt. 

Bei manchen Krankheiten stieg die durchschnittliche Krankenstandsdauer deutlich an – etwa bei Krebs von 41,6 Tagen (2019) auf 51,9 Tage (2020). Auch bei den psychischen Krankenständen zeigt sich dieses Bild. Die Dauer stieg von 32 Tagen (2019) auf 36 Tage (2020), heißt es in der Aussendung der Arbeiterkammer. Zweiteres ist wenig verwunderlich, da die Pandemie für weite Teile des Volkes eine immense psychische Belastung ist. Laut ÖGK sind rund 10 Prozent aller Krankenstandstage auf psychische Probleme und Verhaltensstörungen zurückzuführen.

Krank zur Arbeit

In allen Branchen stieg laut der AK-Aussendung die Zahl jener Personen, die krank zur Arbeit gegangen sind, an. Laut Arbeitsklima-Index gaben im Jahr 2019 39 Prozent der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher an, zumindest einmal krank gearbeitet zu haben, im ersten Quartal 2021 traf das schon auf 53 Prozent zu. Kolleginnen und Kollegen im Home-Office haben eine etwas höhere Tendenz dazu, trotz Erkrankung zu arbeiten, als jene Personen, die am üblichen Arbeitsort gearbeitet haben. Diese Tendenz zeigte sich bereits im vergangenen Jahr. Das ist ein Beleg dafür, dass der Druck auf die Kolleginnen und Kollegen in den letzten 12 Monaten nicht nachgelassen hat und die Entgrenzung durch die Arbeit von zu Hause auch hier einen negativen Einfluss hat. 

Quelle: APA-OTS

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