Start Klassenkampf Wien: Hoher Anstieg bei Klienten der Schuldnerberatung erwartet

Wien: Hoher Anstieg bei Klienten der Schuldnerberatung erwartet

Immer mehr Menschen haben durch die aktuelle Krise mit Geldproblemen und existenziellen Sorgen zu kämpfen. Die Zahl der Anrufe bei der Wiener Schuldnerinnen- und Schuldnerberatung sei zuletzt stark angestiegen.

Österreich/Wien. Wir haben bereits berichtet, dass durch die aktuelle Corona- und Wirtschaftskrise die ökonomischen Sorgen vieler Menschen in den Vordergrund treten und die Angst vor Arbeitslosigkeit und dem Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und Reich ansteigt. Bereits Ende April zeigte sich, dass 43 % der Haushalte weniger Geld durch die aktuelle Krise zur Verfügung haben und dass 6 % sogar über die Hälfte ihres Einkommens verloren haben. Seit Beginn der Sommerferien sei nun aber auch ein deutlicher Anstieg von jenen Menschen zu verspüren, die wegen ihrer Geldprobleme um Hilfe ansuchen, heißt es vonseiten der Wiener Schuldnerberatung.

Ein zentraler Grund dafür sei die nach wie vor sehr hohe Arbeitslosigkeit. Besorgniserregend seien zudem die Ergebnisse eines Prognosenmodells, das die Wiener Schuldnerberatung ausarbeiten ließ und das auf den Arbeitsmarktdaten der letzten 20 Jahre basiere. „In Wien sagt uns unser Prognosenmodell, dass wir bei 10.000 neuen Arbeitslosen rund 800 zusätzliche Kundinnen und Kunden in der Schuldnerberatung bekommen werden“, erklärt dazu Christian Neumayr, Leiter der Schuldnerberatung. Noch nicht abschätzbar sei außerdem, wie sich ein erneutes Aufflammen der Corona-Pandemie im Herbst auswirken könnte.

Im Vergleich zum Juni des Vorjahres waren in Wien 53.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Wenn das Prognosenmodell zutrifft, würde dies bedeuten, dass allein in der Bundeshauptstadt rund 4.000 Menschen mehr als bisher um Unterstützung bei der Schuldnerberatung ansuchen dürften. Insgesamt rechnet man sogar mit 14.000 Klienten. Den größten Anstieg dürfte es aber erst dann geben, wenn die Gläubiger das Geld einfordern, dies sei im Frühjahr 2021 zu befürchten.

Quelle: ORF

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