HomePanoramaChinesische Elefantenherde beendet 18-monatige Reise

Chinesische Elefantenherde beendet 18-monatige Reise

Peking. Die Herde von 14 wilden Asiatischen Elefanten, die in der südwestchinesischen Provinz Yunnan umherstreift, hat am Freitag erfolgreich das letzte natürliche Hindernis auf ihrem Heimweg überwunden und ist in ihren traditionellen Lebensraum in der Stadt Pu’er zurückgekehrt.

Um 1 Uhr nachts überquerten die Elefanten, die ihren Lebensraum im Nationalen Naturreservat Xishuangbanna verlassen hatten, den Fluss Babian und betraten damit den Bezirk Ning’er in der Stadt Pu’er – einen der drei wichtigsten Lebensräume der Elefanten in Yunnan. Die etwa 18 Monate dauernde Reise in Richtung Norden sei somit schließlich beendet worden, ohne dass die Elefanten selbst oder die Anwohner zu Schaden kamen, teilte die für den Schutz der Herde zuständige Provinzverwaltung am Freitag mit. 

Die Herde hatte im im April des vorigen Jahres ihren traditionellen Lebensraum im Autonomen Bezirk Xishuangbanna der Dai verlassen und sich auf den Weg nach Norden gemacht. Auf ihrer Reise durchquerte sie acht Kreise der Provinz. Im Juni erreichte sie schließlich die Außenbezirke von Kunming, der Provinzhauptstadt mit rund acht Millionen Einwohnern.

Die Herde hatte ihre Reise mit 16 Elefanten begonnen, von denen nach und nach jedoch drei ausschieden, während unterwegs zwei Kälber geboren wurden. Im Juni trennte sich ein Elefantenbulle (männlich) von der Gruppe und wanderte allein weiter. Im Juli wurde dieser Elefantenbulle mit einem Beruhigungspfeil betäubt, in einen Käfig auf der Ladefläche eines Lastwagens gehoben und nach Xishuangbanna zurückgebracht.

Reise wurde rund um die Uhr bewacht

Um die Reise der Elefanten sicher zu gestalten, setzten die örtlichen Behörden Lastwagen, Arbeiter und Drohnen ein, um die Elefanten rund um die Uhr zu überwachen. Sie räumten auf diese Weise Straßen, damit sie sicher passieren konnten, und lockten sie mit Futter von bewohnten Gebieten weg.

Die sichere Rückkehr der Herde von ihrer Reise sei „sehr bedeutsam“, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung. „Sie gibt uns die Möglichkeit, mehr über die Elefanten zu erfahren, und zeigt auch Chinas Entschlossenheit, ein umweltfreundliches Land aufzubauen.“

Der Asiatische Elefant wird von der „International Union for Conservation of Nature“ (IUCN) als gefährdete Art eingestuft. Das Tier, das in den Gebieten von Yunnan an der Grenze zu Myanmar und Laos lebt, steht auch in China unter staatlichem Schutz erster Klasse.

Zahl der Tiere seit 1980 fast verdoppelt

Dank der laufenden Bemühungen zum Schutz der Wildtiere ist die Zahl der wild lebenden Asiatischen Elefanten in der Provinz von 170 im Jahr 1980 auf heute 300 gestiegen. Ihre wichtigsten Lebensräume befinden sich in den Städten Pu’er und Mojiang sowie im Autonomen Bezirk Xishuangbanna der Dai.

Laut Shen Qingzhong, einem leitenden Ingenieur des Nationalen Naturreservats von Xishuangbanna, ist es unvermeidlich, dass die Elefanten in Zukunft eine weitere Reise unternehmen werden, da Wanderungen für Elefanten eine normale Aktivität seien.

„Historisch gesehen lebten die Asiatischen Elefanten in vielen Teilen des Landes. Wanderungen liegen in ihrer Natur. Sie helfen der Art, ihr Territorium zu erweitern und ihren Genpool durch die Paarung mit verschiedenen Gruppen zu verbessern“, erklärte er.

Die Forstbehörde und die Provinzregierung planen die Einrichtung eines Nationalparks, der den Schutz des Lebensraums der Elefanten sowie ein ausgewogenes Verhältnis zu den Anwohnern gewährleisten soll.

Quelle: german​.china​.org/german​.china​.org

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