Start Panorama Gegen DPD wird ein Aufsichtsverfahren eingeleitet

Gegen DPD wird ein Aufsichtsverfahren eingeleitet

Wien. Die Post-Control-Kommission (PCK) hat gegen den Paketzustelldienst DPD Austria in ihrer letzten Sitzung ein Aufsichtsverfahren eingeleitet. Von Anfang Dezember 2020 bis Ende Jänner 2021 wurden von der Regulierungsbehörde 33 neue Beschwerden über die Zustellung durch DPD Austria registriert, bei denen es jeweils vor allem um nicht-erfolgte Zustellversuche von Paketen ging. Auch von anderen Konsumentenberatungsstellen in Österreich wurde eine Häufung bei Beschwerden über DPD Austria berichtet.

Es häufen sich Fälle, wo es nicht einmal einen einzigen Zustellversuch gegeben hat, sondern die Kunden lediglich über eine Hinterlegung im Paketshop informiert wurden. Da sich auch aufgrund der Corona-Ausgangsbeschränkungen viele Empfängerinnen und Empfänger nachweislich zu Hause befanden, kam es vermehrt zu Beschwerden über DPD.

Das Postmarktgesetz sieht für alle Postdiensteanbieter vor, dass bei Paketen zumindest ein persönlicher Zustellversuch erfolgen muss und nur bei Nicht-Antreffen des Empfängers eine Hinterlegung im Paketshop erfolgen darf. „Im Falle von DPD liegen aufgrund der steigenden Anzahl an Beschwerden innerhalb kurzer Zeit ausreichend Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich bei den nicht-erfolgten Zustellversuchen nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem handeln dürfte“ begründet die Post-Control-Kommission die Einleitung eines Aufsichtsverfahrens. 

Nicht auf den Rücken der Fahrer abwälzen

Man wird wohl die Gründe für diese Missstände nicht lange suchen müssen, denn der Hauptgrund werden die heillos überforderten Fahrer sein, denen Touren und Paketmengen zugeteilt werden, die kaum zu schaffen sind. Es ist sehr zu hoffen, dass die ganze Misere nicht auf deren Rücken ausgetragen wird, sondern DPD selbst für seine Liefereinteilung zur Rechenschaft gezogen wird. Viele Fahrer sind, wie im Botendienstgewerbe üblich „Unternehmer“, oder „Subunternehmer“, was einen hohen Grad an Selbstausbeutung bei kargem Einkommen bedeutet. 

Quelle: APA-OTS

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