HomePanoramaGratis Selbsttests in Apotheken: Harsche Kritik und zu wenig Tests für alle

Gratis Selbsttests in Apotheken: Harsche Kritik und zu wenig Tests für alle

Seit gestern werden in österreichischen Apotheken Gratis-Selbsttests zu je fünf Stück an die Bevölkerung abgegeben. Wie ein Lokalaugenschein der Tageszeitung „Standard“ zeigte, bildeten sich teilweise lange Schlangen vor den Pharmazeuten. Aber es gab kein einheitliches Bild, denn während manche Apotheken bereits am Montagvormittag damit rechneten, dass die Tests bald vergriffen seien, wurde das Angebot anderorts kaum angenommen. Der Präsident der Oberösterreichischen Apothekerkammer, Thomas Veitschegger, warnte bereits zuvor, dass einige Personen wohl erst in der zweiten oder dritten Woche zu ihren Testkits kommen würden. Eine Anmeldung für die Gratis-Selbsttests gebe es nicht und so sei es zudem nötig, selbst zu den Apotheken zu gehen. „Von Apotheke zu Apotheke gehen und überall fünf Selbsttests einsammeln – das geht nicht“, erklärte Veitschegger aber auch und verwies darauf, dass die fünf Stück pro Person und Monat im ELGA-System eingelesen würden.

Gratis sind die Selbsttests dadurch keineswegs für alle. Denn lediglich Versicherte des Hauptverbandes, die sich zudem nicht von der elektronischen Gesundheitsakte abgemeldet haben (Opt-out), erhalten die Gratis-Selbsttests. Diese Koppelung an ELGA sorgte bereits im Vorfeld für harsche Kritik. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres sprach von einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft und der Missachtung von Patientenrechten“. Denn immerhin hätten rund 300.000 E‑Card-Besitzerinnen und Besitzer von ihrem Opt-Out-Recht Gebrauch gemacht. Auch die ARGE Daten kritisierte die Vorgehensweise, denn die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) würde grundsätzlich die Verwendung von Gesundheitsdaten verbieten und diese nur „in ganz wenigen Ausnahmen“ dulden. Und eine solche Ausnahme würde im gegenständlichen Fall aber nicht vorliegen. „Ganz im Gegenteil, durch die Beschränkung auf einzelne Personengruppen signalisiert die Regierung, dass es eben keine Aktion von nationaler Bedeutung ist“, heißt es vonseiten der ARGE.

Quelle: ORF / Der Standard / vienna

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