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Lamborghini-Markt bleibt krisenresistent

Der italienische Sportwagenhersteller Lamborghini findet offenbar trotz Krise seine gut betuchte Kundschaft: Das Jahr 2020 erbrachte einen Rekordprofit. 

Bologna. Die durch die Corona-Pandemie verstärkte kapitalistische Krise trifft viele Menschen recht hart: Einkommensausfälle, Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkeiten und soziale Ausgrenzung, im schlimmsten Fall Insolvenz, Armut oder sogar Obdachlosigkeit. Die Reichen und Superreichen kommen wie immer etwas unbeschadeter hindurch. Dies zeigt sich auch an der aktuellen Jahresbilanz des italienischen Sportwagenherstellers Lamborghini: Das Jahr 2020 war sogar ein Rekordjahr für die VW/Audi-Tochter aus Sant’Agata Bolognese. Zwar gingen die Verkaufszahlen gegenüber 2019 (Umsatz: 1,74 Milliarden Euro) etwas zurück, doch durch die Auslieferung besonders teurer, maßgefertigter Autos mit dem einen oder anderen Sonderwunsch konnte man die Unternehmensprofite weiter in die Höhe treiben. So ein wirklich herzeigbarer Lamborghini mit ordentlicher Ausstattung kostet dann freilich schon Millionenbeträge – und dieses Kundensegment hat freilich noch nichts von irgendeiner angeblichen Krise gehört. Lamborghini hat im Jahr 2020 weltweit exakt 7.430 Autos verkauft – eine lächerliche Zahl im Vergleich mit anderen Herstellern, aber der Preis macht es eben wett. Die exklusiven Angebote wurden v.a. in den USA, der BRD und China angenommen, wo es offenbar genügend Millionäre und Milliardäre gibt, die dringend einen (weiteren) Luxussportwagen benötigen.

Doch seit 2018 ist Lamborghini durchaus auch in der relativen „Massenproduktion“ durchgestartet: Der „Super-SUV“ namens Urus – Lamborghini-Modelle werden zumeist nach in der Szene berühmten spanischen Kampfstieren benannt – machte 2020 bereits 59 Prozent des Absatzes aus. Der Urus ist mit Preisen von 250.000 Euro (Schnäppchen mit Minimalausstattung) aufwärts zwar auch noch nichts für den Normalverbraucher, aber trotzdem: Mit dem Urus wurde auch ein neuer Kundenbereich erreicht – nicht die Superreichen, sondern ganz „normale“ Reiche, die mit 650 PS, Turbomotor und in dreieinhalb Sekunden von 0 auf 100 km/h gerne auf protzige Art Umwelt, Klima und Mitmenschen schädigen wollen, Pandemie und Krise hin oder her. Oder wie es Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann ausdrückt: „Es ist ein bisschen so wie an den Aktienmärkten: Die Kauflaune befindet sich auf einem Hoch. Die Menschen können es nicht abwarten, wieder rauszukommen und ihr Leben zu genießen.“ – Nun, man könnte meinen, Herr Winkelmann und seine Kunden leben offenbar auf einem anderen Planeten als die Arbeiterklasse. Und irgendwie stimmt das ja auch.

Quelle: ORF

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