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Mönchsrobbe Kostis getötet

In der griechischen Ägäis wurde ein lokal beliebtes und bekanntes Exemplar der vom Aussterben bedrohten Mittelmeer-Mönchsrobbe harpuniert und ermordet.

Larissa. Auf der griechischen Insel Alonnisos vor der Küste Thessaliens herrschen Empörung und Trauer: Die allseits beliebte Robbe Kostis wurde leblos aufgefunden – und es handelt sich um einen gewaltsamen Tod: Das Tier wurde harpuniert. Dies ist freilich nicht nur grundsätzlich verboten, sondern Kostis war auch eng mit der Insel und seinen Bewohnern verbunden: 2018 war die Robbe nach einem Sturm völlig entkräftet von einem einheimischen Fischer gerettet, danach von Tierschützern aufgepäppelt und schließlich wieder in die Freiheit entlassen worden. Doch Kostis, wie der freundliche Meeressäuger genannt wurde, erwies sich nach seiner positiven Erfahrung mit den Menschen als recht anhänglich – er kehrte immer wieder in den Hafen von Alonnisos zurück und sonnte sich gerne auf den Fischerbooten. Dadurch wurde das Tier zu einer Art Maskottchen der Gemeinde – und dementsprechend fallen nun die Reaktionen auf den feigen Mord aus.

Zusätzlich empörend ist, dass die Region rund um die drittgrößte Insel der Nördlichen Sporaden ein Naturschutzgebiet ist: 1992 wurde hier der 2.220 Quadratkilometer große Meeresnationalpark Alonnisos geschaffen, nicht zuletzt, um die Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus) zu bewahren. Diese ist nämlich massiv vom Aussterben bedroht, es dürfte insgesamt nur noch rund 400 Exemplare geben. Etwa zwei Drittel davon leben in der Ägäis und eben insbesondere in der Umgebung von Alonissos. Die Jagd auf die einzige mediterrane Robbenart ist natürlich untersagt, weswegen die Tötung von Kostis mittels Harpune nicht nur überaus schändlich ist, sondern ein Verbrechen darstellt. Es bleibt zu hoffen, dass die Untat aufgeklärt wird, damit der Täter zur Verantwortung gezogen werden kann.

Quelle: ORF

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