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Tornado verwüstet Südmähren

Fünf Tote und mehr als 200 Verletzte sowie schwere Verwüstungen gab es, nachdem am Donnerstag abend ein Tornado duch Orte Südmährens nahe der österreichischen Grenze gezogen war. Auch in Niederösterreich richteten Unwetter schwere Schäden an.

Brünn/Mistelbach. Mehrere Ortschaften in Südmähren sind am Donnerstagabend von einem brachialen Unwetter heimgesucht worden. Dabei verwüstete ein Tornado große Teile der Gemeinden Lužice in der Region Hodonín, Hrušky und Moravská Nová Ves in der Region Břeclav/Lundenburg. Stark beschädigt wurden ebenso der Ort Mikulčice sowie Teile der Bezirksstadt Hodonín/Göding. Freitagmittag meldeten die Rettungskräfte, dass sie bereits über 200 Verletzte versorgt hätten. Mehr als 100 davon sind in Krankenhäusern behandelt worden, sagte der Sprecher des südmährischen Rettungsdienstes. Ihm zufolge konnte fünf Personen nicht mehr geholfen werden, sie erlitten tödliche Verletzungen. Sämtliche tschechischen Einsatzteams von Feuerwehr und Rettungsdienst wurden in die Krisenregion entsandt, um nach Verschütteten zu suchen, Verletzte und mögliche Tote zu bergen. Die schweren Gewitter haben in 32.000 Haushalten Südmährens zu Stromausfall geführt, in anderen Landesteilen sind weitere Tausende Haushalte ohne Strom.

„Halber Ort dem Erdboden gleichgemacht“

In mehreren Dörfern seien Dächer abgedeckt, Fensterscheiben zerstört und Autos umhergeschleudert worden, berichtete das Tschechische Fernsehen (ČT) am Donnerstagabend. Gegenüber der Presseagentur ČTK sagte der stellvertretende Bürgermeister des Ortes Hrušky, dass der halbe Ort dem Erdboden gleichgemacht worden wäre. Die Autobahn D2 von Brünn nach Břeclav war nicht befahrbar, weil Hochspannungsleitungen auf die Fahrbahn gestürzt waren. In den Verwaltungsbezirken Břeclav und Hodonín fielen nach Berichten in den sozialen Medien Hagelkörner in der Größe von Tennisbällen. Am Schloss Valtice, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, entstand Millionenschaden. An dem Barockbau aus dem 17. Jahrhundert barsten zahlreiche Fensterscheiben.

Slowakei und Österreich leisten Hilfe

Die Slowakei schichte Donnerstag abend sieben Krankenwagen in die betroffene Region, wie der slowakische Premier Eduard Heger bekanntgab. Weiters werde die Slowakei auf Ersuchen Tschechiens Patienten bei sich aufnehmen. Ihre Hilfe in Südmähren hat ebenso die slowakische Feuerwehr angeboten, teilte die zentrale Einsatzleitung in einer Pressemitteilung und via Facebook mit. 

1.600 Helfer in Niederösterreich im Einsatz

Hagel- und Sturmunwetter forderten am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag auch die Helfer in Niederösterreich. Insgesamt standen 1.600 Mitglieder von 110 Feuerwehren im Einsatz, berichtete das Landeskommando Freitagfrüh. Die Hotspots lagen im Wald- und Weinviertel. Hauptsächlich betroffen waren die Bezirke Hollabrunn, Mistelbach, Gmünd, Horn, Zwettl und Waidhofen a. d. Thaya

Auch aus Österreich kam Hilfe: Die Notarzthubschrauber Christophorus 2 und 9 brachten je ein schwer verletztes Opfer in Spitäler in Wien, sagte ein Sprecher der ÖAMTC-Flugrettung der APA. Zudem war das niederösterreichische Rote Kreuz noch in den späten Abendstunden mit rund 40 Fahrzeugen und mehr als 100 Helfern in den Südosten Tschechiens ausgerückt. An Ort und Stelle waren auch Kräfte aus dem Bundesland.

Quellen: Radio Prague International/ORF

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