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Waldbrand in Niederösterreich weiterhin außer Kontrolle

Hunderte Einsatzkräfte bekämpfen seit Anbeginn der Woche den Brand in Hirschwang an der Rax (Bezirk Neunkirchen). Es dürfte sich um den größten Waldbrand handeln, den Österreich bisher erlebt habe.

Niederösterreich/Neunkirchen. Seit 25. Oktober stehen Hundertschaften der Feuerwehr, der Bergrettung sowie von Forstverwaltung und Polizei im Dauereinsatz: Sie bekämpfen den Großbrand am Mittagsstein gegenüber der Rax, der mittlerweile als größter Waldbrand gilt, den Österreich je erlebt hat. Dieser soll aus drei Brandherden bestehen. Als Ursache des verherrenden Brandes wird eine weggeworfene Zigarette oder ein Lagerfeuer vermutet.

Zunächst war vor allem das Schneeberg-Gebiet vom Feuer betroffen, 100 Hektar dürften am gestrigen Mittwoch weiterhin in Flammen gestanden haben. Da sich der Wind gedreht habe, sei befürchtet worden, dass sich das Feuer auf das gegenüberliegende Rax-Gebiet ausbreiten könnte. Dies konnten die Einsatzkräfte vorerst aber verhindern. „Einen Funkenübersprung im Höllental konnten wir zum Glück abwenden“, zeigte sich Josef Huber, Einsatzleiter der Feuerwehr, Donnerstagfrüh gegenüber den Medien etwas erleichtert.

Gestern informierte der für Katastrophenschutz zuständige Stellvertreter der Landeshauptfrau, Stephan Pernkopf (ÖVP), bei einer Pressekonferenz über die brisante Lage und erklärte: „300 Einsatzkräfte sind momentan unter gefährlichsten Bedingungen im Einsatz.“ Obwohl das Feuer noch lange nicht unter Kontrolle sei, befinde sich glücklicherweise niemand in Lebensgefahr. Auch für Gebäude bestehe aufgrund der Sicherungsmaßnahmen der Feuerwehr derzeit keine Gefahr. Jedoch bleibe für die Einsatzkräfte am Boden die Situation keine ungefährliche. So sei mindestens ein Feuerwehrmann schwer verletzt worden. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, Lebensgefahr bestehe jedoch nicht.

Hubschrauber fliegen seit Montag unentwegt Löscheinsätze. Die Blackhawk-Maschinen des Bundesheeres können dabei pro Flug 3.000 Liter Wasser transportieren, die dann über dem Brandherd abgeworfen werden. „Wir haben hier sehr viele Waldbrandbekämpfer, die wir extra dafür ausbilden haben lassen, zur Unterstützung im Einsatz. Es ist natürlich für uns sehr gefährlich; auch durch die Erwärmung des Kalkgesteins kommt es immer wieder zu Abplatzungen und Felsstürzen“, so Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner gegenüber den Medien.

Von Montag auf Dienstag seien bereits 200 Feuerwehrleute über Nacht im Einsatz gewesen und am Dienstagnachmittag wurde die Zahl der Einsatzkräfte auf 360 erhöht. Am Donnerstag waren dann sogar bis zu 400 Feuerwehrleute im Einsatz. Es wird davon ausgegangen, dass sich je nach Witterung auf einen länger andauernden Einsatz von „mindestens fünf bis sechs Tage“ einzustellen sei. Denn Regen sei für die kommenden Tage eher unwahrscheinlich.

Die Polizei sprach zuletzt von Problemen mit Schaulustigen. „Wir hatten Personen, die die Feuerwehrkräfte behindert haben und die wir mit Lautsprechern auffordern mussten, wegzugehen“, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager. Am Mittwochnachmittag soll sich beispielsweise eine Person, die im Gefahrenbereich oberhalb der Feuerstellen unterwegs war, den Feuerwehrkräften gegenüber sehr schroff verhalten haben. „Unsere Bitte ist, dieses Gebiet, das noch längere Zeit ein Katastrophengebiet sein wird, zu meiden“, so der Polizeisprecher abschließend.

Quelle: ORF / ORF / ORF / derstandard​.at / Mein Bezirk

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