HomePanoramaZigtausende Schweine verbrennen qualvoll in „Ferkelfabrik“

Zigtausende Schweine verbrennen qualvoll in „Ferkelfabrik“

Bei einem Brand in einer norddeutschen Schweinezuchtanlage sterben fast 60.000 Tiere auf grausame Weise – doch es hätte nicht erst diese Feuerkatastrophe gebraucht, um solche Betriebe generell zu hinterfragen.

Schwerin. Am vergangenen Dienstag geriet aus bislang ungeklärten Ursachen eine Schweinezuchtanlage in Alt Tellin bei Jarmen im Osten Mecklenburg-Vorpommerns in Brand. Das Feuer erfasste alle 18 Ställe der als „Ferkelfabrik“ bekannten Einrichtung, die als Massenanlage ohnedies in der Kritik stand. Nun verbrannten, wie der in Schwerin amtierende Landwirtschaftsminister Backhaus (SPD) bekanntgab, ca. 9.000 Muttertiere und nicht weniger als 50.000 Ferkel bei lebendigem Leibe – eine apokalyptische Katastrophe für die Schweine, die ohnedies schon unter erbärmlichen Bedingungen ihr kurzes Leben fristen mussten. Es ist offensichtlich, dass derartig dimensionierte Zucht- und Mastanalagen verboten werden müssen, denn dieses Tierleid ist weder durch billige Schnitzel, geschweige denn durch die Profite des verantwortlichen Konzerns zu rechtfertigen. Und es war nicht der erste „Unfall“ in der Ferkelfabrik von Alt Tellin – bereits 2019 war es zu einem Defekt in der Lüftungsanlage gekommen, in deren Gefolge rund 1.000 Tiere erstickten.

Offensichtlich fehlten hier Sicherheitsvorkehrungen – die Polizei wird diesbezüglich ermitteln – und jeglicher Respekt vor fühlenden Lebewesen. Der zerstörte Mega-Komplex von Alt Tellin gehört zur LFD-Holding („Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland“), die wiederum seit dem Vorjahr im Eigentum der Schweizer Terra Grundwerte AG steht. Deren unternehmerische Grundsätze sind wohl im Konkreten zu hinterfragen, im Allgemeinen ist es aber einfach die kapitalistische Rücksichtslosigkeit, die gigantische, inadäquate und umweltschädliche Massenanlagen dieser Art begünstigt. Es hätte nicht erst den verheerenden Brand und den grausamen Feuertod von zigtausenden Ferkeln gebraucht, um dies zu erkennen – und zu unterbinden. Diese Methoden des Kapitalismus müssen beendet werden, denn sie sind unmenschlich und systematische Tierquälerei im Dienste der Profitgier.

Quelle: NDR

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