Start Politik 45% der Österreicher halten den Begriff „Lügenpresse“ für zutreffend

45% der Österreicher halten den Begriff „Lügenpresse“ für zutreffend

Eine Umfrage hat ergeben, dass eine Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher den Begriff Lügenpresse im Großen und Ganzen für zutreffend hält. 6% der Befragten geben an, den Begriff gar nicht zu kennen.

Aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Unique Research geht hervor, dass 45% der Befragten den Begriff „Lügenpresse“ „eher“ schon bzw. für absolut zutreffend halten. 32% hielten den Begriff für „eher“ nicht zu treffend und 6% für absolut unzutreffend. 6% gaben an den Begriff nicht zu kennen. 49% der Befragten ohne Matura hielten den Begriff für zutreffend und 34% der Befragten mit Matura, was nahelegt, dass besonders die Arbeiterklasse dem Begriff hohe Legitimation beimisst

Die etablierten Medien fürchten sich schon seit Jahren vor dem Begriff „Lügenpresse“ und machen immer wieder Stimmung dagegen. Tatsache ist aber, dass den Medien zu Recht immer weniger geglaubt wird. Ihre Berichterstattung bedient die Interessen des österreichischen Monopol- und Finanzkapitals. Nach innen heißt das, dass Angriffe auf die politischen und sozialen Rechte der Arbeiterklasse gerechtfertigt werden und im Mittelpunkt der Berichterstattung Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Monopole steht. Nach außen beteiligt man sich an der Stimmungsmache gegen andere Staaten und rechtfertigt die Entsendung österreichischer Soldatinnen und Soldaten in andere Länder.

Die Österreicherinnen und Österreicher tun gut daran, diesen Medien nicht mehr alles zu glauben. Allerdings bedienen auch kleinere Medien häufig nicht die Interessen der Arbeiterklasse, auch, wenn sich ihre Berichterstattung auf den ersten Blick von etablierten Medien unterscheidet. Innerhalb des Monopol- und Finanzkapitals gibt es durchaus unterschiedliche Perspektiven auf die beste Verwaltung des bestehenden Kapitalismus. Bestes Beispiel dafür sind der Blog addendum und Servus TV, des Redbull-Gründers Mateschitz.

Der Begriff Lügenpresse entsrpingt dem diffusen Gefühl, dass die Medien nicht über die eigenen Probelme und sozialen wie politischen Interessen berichten, ohne es aber einordnen zu können. Letztlich bleibt festzuhalten, dass die Menschen in der Politik ebenso wie in der Medienlandschaft immer gutgläubige Opfer von Betrug und Selbstbetrug sein werden, so lange sie nicht erkennen hinter dieser oder jener moralischen, politischen oder sozialen Phrase, Erklärung oder Versprechung, die Interessen dieser oder jener Klasse zu erkennen. Die Zeitung der Arbeit versucht einen Betrag zur Aufklärung der Menschen leisten und macht kein Geheimnis daraus, dass es ihr um die Interessen der Arbeiterklasse geht. Am deutlichsten erkennt man, wessen Interessen bedient werden, wenn man die Berichterstattung über die unmittelbaren Interessen der Arbeiterklasse betrachtet.

Quelle: APA-OTS

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