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Kein Schnaps mehr im Tiroler Landtag

Teile des ÖVP-Landtagsklubs verstoßen gegen Corona-Sicherheitsbestimmungen und werden daher nun auf Zwangsentzug gesetzt.

Innsbruck. „Seids beinand, Tiroler? Nachher gehn mer ’s an. Die Mess habts gheart, enkern Schnaps habts trunken, also auf in Gotts Nam!“ – Mit solchen Worten und in diesem Sinne (oder so ähnlich) werden am Bergisel und unten im Inntal traditionell politische Aktivitäten eingeleitet. So auch im Tiroler Landtag, der Corona-bedingt vorübergehend nicht im Landhaus, sondern im Innsbrucker Congress tagt. An dessen Bar versammelte sich am vergangenen Donnerstag, deutlich nach der selbst verhängten 22.00-Uhr-Sperrstunde, die legislative ÖVP-Landesspitze in geselliger, abstands- und maskenloser Runde mit alkoholischen Getränken, während im Saal noch bis 23.30 die Sitzung andauerte. Mit dabei bei der kleinen schwarzen Corona-Party mit Weinverkostung waren LT-Präsidentin Ledl-Rossman, Klubobmann Wolf, Landesrat Tratter sowie weitere ÖVP-Abgeordnete, die auf einem den Medien zugespielten Foto zu sehen sind. Ebenfalls anwesend war – laut eigenen Angaben aber nur für fünf Minuten – SPÖ-Vorsitzender Dornauer, der ohnedies notorisch verhaltensauffällig ist. Kaum hätte die herrschende Politik besser vorführen können, was auch in der Corona-Krise ihr Selbstverständnis ist: Dem Volk Wasser predigen und selbst Wein trinken.

Landtag wird trockengelegt

Die ÖVP-Politiker haben dabei natürlich so ziemlich gegen alle Corona-Sicherheitsmaßnahmen verstoßen, die den Menschen in Tirol von der schwarzgrünen Landesregierung so eindringlich ans Herz gelegt werden. Mehr noch: Sie zeigen genau jenes verantwortungslose Verhalten, das von der – ebenfalls ÖVP-grünen – Bundesregierung andauernd Jugendlichen und jungen Leuten unterstellt wird. Nun ist es nicht neu, dass sich die Herrschenden heuchlerisch und ignorant über den gemeinen Pöbel erheben wollen, doch angesichts solcher Vorkommnisse braucht man sich nicht wundern, wenn sich viele Menschen mittlerweile nur noch drangsaliert und schlichtweg verarscht fühlen. Dass ist natürlich auch der Landes- und Bundesregierung klar, weswegen es jetzt Konsequenzen gibt: Die Sitzungszeiten des Tiroler Landtages werden mit 22.00 Uhr begrenzt, in der Kantine gibt es vorsichtshalber keine Alkoholausschank mehr, auch wenn die ÖVP-Politik nüchtern wohl nur schwer zu ertragen ist. Es ist eben doch so, wie Kurz, Mahrer, Anschober und Kogler gemahnt haben: Die Dummheit weniger führt zur Bestrafung vieler. Vielleicht sollte man sich in der Tiroler Volkspartei, die ja in der Selbstreflexion immer alles richtig macht, endlich zusammenreißen: Mander, ’s isch Zeit!

Quelle: Tiroler Tageszeitung

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