Start Wei­te­re Res­sorts Kom­men­tar Her­ren­men­schen­men­ta­li­tät

Herrenmenschenmentalität

Von Otto Bruck­ner, Stv. Vor­sit­zen­der der Par­tei der Arbeit Öster­reichs (PdA).

Kri­sen­be­dingt wer­den Metho­den und Ein­stel­lun­gen in man­chen Bran­chen sicht­ba­rer. Wer in der Lage ist, Druck auf die Regie­rung aus­zu­üben, bemerkt man auch bei nähe­rem Hin­se­hen. Und dass die Men­schen in man­chen Bran­chen nichts zäh­len, eben­falls.

Gro­ße Hilfs­pa­ke­te für die Kon­zer­ne: Hieß es anfangs, es wer­den maxi­mal 120 Mil­lio­nen Euro pro Betreib gewährt, spricht Finanz­mi­nis­ter Ger­not Blü­mel bereits davon, dass das fle­xi­bel gehand­habt wird. Mit der AUA und offen­bar auch ande­ren wird über wesent­lich höhe­re Sum­men gespro­chen. Ein­blick in die­ses Geld­ver­schen­ken woll­te man bis jetzt nicht ein­mal der Oppo­si­ti­on im Par­la­ment gewäh­ren.

Unter­des­sen schickt Blü­mel 140 Finanz­po­li­zis­ten aus, die den Miss­brauch der Kurz­ar­beits­re­ge­lung unter­su­chen und zur Anzei­ge brin­gen sol­len. Bei der Arbei­ter­kam­mer haben sich Beschäf­ti­ge aus Kurz­ar­beits­be­trie­ben gemel­det, die davon berich­ten, dass sie mehr als vor­ge­se­hen arbei­ten und die Stun­den­lis­ten fäl­schen müs­sen. Unter den Kon­zer­nen, die Kurz­ar­beit in Anspruch neh­men, sind übri­gens auch sol­che, die hier gar kei­ne Gewinn­steu­ern bezah­len: XXX-Lutz hat sei­nen Haupt­sitz im Steu­er­pa­ra­dies Mal­ta, nimmt aber öster­rei­chi­sche Staats­hil­fe in Anspruch.

Die Wild­west­me­tho­den in den Bil­­li­g­­lohn-Bran­chen offen­ba­ren die gan­ze Her­ren­men­schen­men­ta­li­tät vie­ler Unter­neh­mer und Groß­agra­ri­er: Ein­ge­flo­ge­nen 24-Stun­­­den-Betreu­e­­rin­­nen wer­den die Päs­se abge­nom­men, Ern­te­hel­fer einge­sperrt und zu 72 Wochen­stun­den ver­don­nert. Wer nicht kuscht, fliegt raus. Die Groß­agra­ri­er eben­so wie die Hote­liers in Tirol, die ihre Beschäf­tig­ten vor Beginn der Qua­ran­tä­ne ein­fach auf die Stra­ße gesetzt haben, die Agen­tu­ren in der 24-Stun­­­den­pfle­­ge, die Leih­ar­beits­bos­se, die Arbei­ter zu Ange­stell­ten machen, um ihnen weni­ger zah­len zu müs­sen, sie alle offen­ba­ren, dass der Pro­fit alles, und der Mensch nichts ist. Men­schen, die Schwerst­ar­beit für einen Monats­lohn von kaum mehr als 1.000 Euro ver­rich­ten müs­sen, wer­den dazu noch ernied­rigt und gede­mü­tigt. Das ist mora­lisch ver­werf­lich, aber nicht damit zu erklä­ren. Die­se „Her­ren­men­schen“ sind der blan­ke Aus­druck des kapi­ta­lis­ti­schen Pro­fit­sys­tems, das alles in den Boden stampft, was ihm im Weg steht.

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