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Was hat Gaza mit Moria zu tun?

Gastautor: Gerhard Oberkofler, geb. 1941, Dr. phil., Universitätsprofessor i.R. für Geschichte an der Universität Innsbruck.

Dass die türkis-grüne Bundesregierung nicht an Menschen, sondern nur an ihr politisches System denkt, zeigt sich in diesen Tagen besonders deutlich durch Moria. So wie sie aber dort jede Menschlichkeit vergisst, schaut sie seit Jahr und Tag aufgrund ihres Paktes mit Israel von den unmenschlichen Verhältnissen in Gaza weg. Trotz des Schweigens der Leitmedien dazu findet in Wien am Graben / Ecke Kohlmarkt am Samstag (19. September) von 15.00 bis 16.30 eine „Mahnwache von Frauen in Schwarz“ statt.

Diese Frauen wollen gegen das Schweigen der Welt, gegen die Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit an 2 Millionen eingeschlossenen Menschen nach den in Österreich gegebenen Möglichkeiten aufschreien und begründen das so:

  • Wir schreiben das Jahr 2020. Vor 5 Jahren verkündete ein Bericht der UNO, dass mit 2020 Gaza unbewohnbar sein wird.
  • 2 Millionen Menschen leben seit über 13 Jahren unter der Blockade von Israel zu Land, Wasser und Luft.
  • Die Arbeitslosenrate betrug vor Corona um 50%, unter Jugendlichen über 70% (Die Hälfte der Einwohner des Gazastreifens sind Kinder und Jugendliche).
  • Seit dem 25. August verbreitet sich Covid 19 flächenartig. Zur allgemeinen Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit kommt nun die Angst vor Ansteckung.
  • Die Zahl der unter der Armutsgrenze Lebenden steigt. Viele Menschen haben kein Essen mehr im Haus, kein Geld Brot oder Wasser zu kaufen.
  • Die Spitäler sind nicht für eine Ausbreitung der Pandemie gerüstet – es fehlt an allem.
  • 3 Wochen lang bombardierte Israel Gaza nachts, als Vergeltung auf die Feuerballons. (In welchem Verhältnis stehen tödliche, hochentwickelte moderne Waffen zu Feuerballons?)
  • Eine weitere Vergeltung war, dass Israel die Einfuhr lebensnotwendiger Waren und Treibstoff sperrte. Folge war, dass das einzige Kraftwerk stilllag. Fazit: 3 Wochen lang 1 – 3 Stunden Strom pro Tag. (Heute sind es wieder 8 Stunden)

Gefordert wird von Israel:

  • Die 13-jährige Blockade von Gaza umgehend aufzuheben, zumindest zu lockern
  • Die Einfuhr von dringend notwendigen medizinischen und humanitären Hilfsgütern etc. zu ermöglichen
  • Den Fischfang in angemessenen Seemeilen zu ermöglichen
  • Als Okkupationsmacht ist Israel für Gesundheit und Wohl der Zivilbevölkerung verantwortlich

Weiters appellieren die Frauen an die Internationale Gemeinschaft, schnellstens die notwendigen medizinischen Hilfsgüter nach Gaza zu senden.

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