Höhere Preise, kürzere Öffnungszeiten, Komplettschließungen und Personalabbau – das sind die Pläne der SPÖ/NEOS-Regierung für die öffentlichen Bäder Wiens. Man will Millionen Euro lukrieren – und holt sie sich bei der einfachen Bevölkerung.
Wien. Schon länger war bekannt, dass bei Wiens städtischen Bädern die Eintrittspreise erhöht werden. Bereits im Sommer hatte SPÖ-Stadtrat Czernohorsky diese Drohung ausgesprochen, inzwischen ist es fix, dass es eine Teuerung deutlich über der Inflation, nämlich um 6,37 Prozent gibt. Eine einfache Tageskarte wird in der kommenden Saison somit 8,10 Euro statt bislang 7,60 Euro kosten.
Nun konnte man naiver Weise annehmen: Wenn die SPÖ/NEOS-Koalition schon eine gesalzene Preiserhöhung für die öffentlichen Bäder einkassiert, dann wird das vermutlich helfen, das Angebot aufrechtzuerhalten oder sogar zu optimieren? Nein, natürlich nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Trotz höherer Einnahmen durch verteuerte Tickets spart und streicht die Stadtregierung bei den Angeboten. Kurz gesagt: Vieles wird schlechter.
Zum Beispiel bei den Kombibädern in Simmering, Ottakring, der Großfeldsiedlung und der Donaustadt: Hier wird im Sommer der Sommerbetrieb durchgesetzt, d.h. der Schwimmhallenbesuch – ob man will oder nicht – an das Freibad gekoppelt. Dies impliziert Zugang, Umkleide, Kabine und Öffnungszeiten. Für Besucher, die eigentlich nur in die Schwimmhalle wollen, bedeutet dies ab Mai 2026 unangenehme Einschränkungen, Umwege und potenzielle Witterungseinflüsse, denen man sich bewusst entziehen wollte.
Auch die Sauna ist betroffen: Die Saunaabteilungen der vier Kombibäder bleiben von 2. Mai bis 13. September geschlossen. Wer sich wie bislang auf den Ganzjahresbetrieb verlässt, wird unversehens vor versperrten Türen stehen. Der Saunabtrieb im Apostelbad, im Einsiedlerbad, im Hermannbad und im Penzingerbad wird reduziert, die Saison endet bereits am 15. Juni (statt am 8. Juli), bis 13. September bleiben die Saunabäder geschlossen.
Auch für die Wiener Familien hat die sozialdemokratisch-liberale Stadtregierung Verschlechterungen parat, denn in den Familienbädern gelten ab heuer kürzere Öffnungszeiten: Der Betrieb startet nicht mehr um 10.00 Uhr, sondern erst um 13.00 Uhr. Der familiäre Tagesausflug ins sommerliche Freibad wird somit nicht nur zwangsläufig zum Halbtag, sondern indirekt werden dadurch auch Tageskarten ein zweites Mal teuer, nämlich in Relation zu ihrer Gültigkeitsdauer.
Die SPÖ-geführte Stadtregierung bietet der Bevölkerung unterm Strich also ein schlechteres Produkt bei erhöhten Preisen an. Das ist ebenso schäbig wie schändlich. Auch wenn es “nur” um öffentliche Schwimmbäder geht: Viel deutlicher kann eine Regierung eigentlich kaum sagen, dass ihr die Menschen egal sind. Die sollen gefälligst mit Minderwertigem zufrieden sein, während sie ausgenommen werden. Denn darum geht es wirklich: Die Stadtregierung will mit Preiserhöhungen, Personalabbau und Betriebseinschränkungen 2,3 Millionen Euro “einsparen” und im Budget verschwinden lassen.
Frage an die “Sozial”-Demokratie: Wie wär’s, wenn man mal bei den Reichen und den Systemparteien streicht – und die ohnedies geplagte Bevölkerung in Ruhe lässt? Oder deren Lage sogar verbessert?
Quelle: ORF




















































































