HomeKlassenkampf2.000 IT-Beschäftigte protestieren in Wien

2.000 IT-Beschäftigte protestieren in Wien

Wien. Am 24. Januar versammelten sich mehr als 2.000 Angestellte aus der IT-Branche auf Initiative der Gewerkschaft GPA vor der Wirtschaftskammer (WKO) in Wien, um für einen angemesseneren Gehaltsabschluss zu demonstrieren.

Nach sechs Verhandlungsrunden gibt es immer noch keinen Kollektivvertrag für das laufende Jahr in der IT-Branche, die 90.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Gemäß der Gewerkschaft GPA lag das letzte Angebot der Arbeitgeber bei 6,25 Prozent auf die IST-Gehaltssumme und 7,25 Prozent auf die kollektivvertraglichen Mindestgehälter. Die Verhandlungsbasis bildet die durchschnittliche Jahresinflation von 7,8 Prozent. Die siebente Verhandlungsrunde ist für den 25. Januar angesetzt und noch ist das Angebot der Unternehmen unterhalb der Inflation.

Die zuständige Gewerkschaft und deren Verhandlerinnen und Verhandler fordern eine Ist-Gehaltssummenerhöhung von 8,8 Prozent und 9,5 Prozent auf die Mindestgehälter und bezeichnen dies als verantwortungsvoll und nicht überzogen. Selbst in einer zukunftsweisenden und absatzsicheren Branche zeigen die Kapitalvertreter wieder einmal, dass es im Kapitalismus um Profite geht und bessere Löhne in diesem System ohnehin eine Illusion sind. 

Ein weiterer strittiger Punkt in der IT-Branche ist der eigenartige Spielraum, den die Unternehmen hinsichtlich der Regelungen im Kollektivvertrag haben. Diese spezielle Bestimmung gestattet es Unternehmen unter anderem, einen bestimmten Prozentsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von der Erhöhung der IST-Gehälter auszunehmen. Das hatte zur Folge, dass im vergangenen Jahr 10 Prozent der kürzlich eingestellten Mitarbeiter vollständig und weitere 15 Prozent teilweise von der Gehaltserhöhung ausgenommen wurden. Obwohl diese Regelung ursprünglich mit der Zustimmung der Gewerkschaft eingeführt wurde, stellt sie sich nun wieder gegen sie. Der Protest der Kolleginnen und Kollegen der IT-Branche ist erfreulich und notwendig, ohne für die Interessen zu kämpfen, bekommt man in der Regel nicht einmal ein Zugeständnis. Ob dieser symbolische Protest Auswirkungen aus die Verhandlungen hat, bleibt abzuwarten.

Quellen: GPA/APA

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