HomeKlassenkampf335 superreiche Österreicher horten über 300 Milliarden Dollar

335 superreiche Österreicher horten über 300 Milliarden Dollar

Der aktuelle „Weltwohlstandbericht“ zeigt, dass das Vermögen in Österreich massiv ungleich verteilt ist. Er zeigt aber auch: Es wäre genug für alle da – wir müssen nur die parasitären Superreichen und ihren Anhang loswerden.

Boston/Wien. Der „Global Wealth Report“ der Boston Consulting Group hat auch für Österreich die Daten des Jahres 2022 vorgelegt: Rund 900 Milliarden Dollar an Finanzvermögen haben die Österreicherinnen und Österreicher angesammelt – das wären also durchschnittlich mehr als 100.000 Dollar pro Kopf. Freilich werden sich viele Menschen hierzulande fragen: Wo ist mein Geld? Antwort: Das gibt’s nur in der Statistik, weil das Vermögen eben extrem ungleich verteilt ist.

Konkret verfügen gerade mal 335 superreiche Personen – das sind Menschen mit jeweils mehr als 100 Millionen Dollar – insgesamt über ein Drittel aller Vermögenswerte in Österreich, also über 300 Milliarden. Diese Konzentration liegt deutlich über dem westeuropäischen Schnitt, nämlich um das Doppelte. Die Herren Mateschitz, Benko, Graf und Tojner, die Familien Swarovski, Mayr-Melnhof, Porsche-Pieck, Schaffler, Wlaschek und Flick sitzen auf diesen zusammengeraubten Unsummen. Auch darunter setzt sich die ungleiche Verteilung fort, nach den Milliardären und Multimillionären folgen Millionäre (etwa 340.000 Menschen) mit ebenfalls ca. einem Drittel des Gesamtvermögens.

Darunter gibt es dann die Masse der Bevölkerung, also achteinhalb Millionen Menschen, die sich den Rest „aufteilen“ – es wären durchschnittlich ca. 30.000 Dollar. Dies allerdings auch nur in der statistischen Theorie, denn die Mehrheit der einfachen arbeitenden Menschen hat, gerade in Zeiten von Krisen und Teuerungen, natürlich überhaupt keine finanziellen Rücklagen (mehr), viele hingegen Schulden – in Summe 200 Milliarden Dollar. D.h. auch das Segment der „unteren“ Schicht, die mit bis zu 250.000 Dollar Vermögen sehr großzügig angesetzt ist, wird durch Spitzenverdiener mit Luxusgehältern und Managmentbonzen statistisch verfälscht.

Der normalen Bevölkerung bleibt somit genau nichts (in Zahlen: 0), außer dem monatlichen Lohn oder der Pension bzw., schlimmstenfalls, das Arbeitslosengeld oder Sozialhilfen – diese Summen reichen gerade mal zum Leben oder nicht einmal das, von relevanten Ersparnissen kann keine Rede sein. Dass eine solche Vermögensverteilung das logische (und gewollte) Ergebnis des kapitalistischen Ausbeutungssystems ist, trauen sich die Boston Consulting Group oder die österreichischen Staats- und Konzernmedien natürlich nicht zuzugeben, denn dann wäre der Kapitalismus ja von Grund auf höchst ungerecht und keinesfalls zu rechtfertigen.

Ja, mehr noch: Man darf nicht einmal umverteilend eingreifen in die gigantische Vermögensakkumulation der Herren Mateschitz, Benko & Co., denn das sind doch einfach nur besonders tüchtige Unternehmer, die hart für ihre Dollarmilliarden geschuftet haben, nicht wahr? Fordert man eh nur kleinlaut-reformistisch Vermögenssteuern, lediglich Vermögenszuwachssteuern oder Erbschaftsteuern, dann ist der Aufschrei sofort groß, insbesondere bei den Reichenschutzparteien ÖVP, FPÖ und NEOS, aber auch bei der bürgerlichen Systempresse, während sich SPÖ und Grüne am Ende stets unterordnen.

Doch es gibt keinen Grund, diese eklatanten Ungerechtigkeiten zu akzeptieren. Warum denn auch? Der „Global Wealth Report“ zeigt abermals, dass – statistisch belegt – bei weitem ausreichend Wohlstand für alle da wäre, er ist nur ungleich verteilt. Wenn wir einfach die nutzlosen Milliardäre und Superreichen „einsparen“, die nur gierige Parasiten am Volkskörper sind, dann gibt es einen gerechten und gleichmäßigen Wohlstand für alle. Aber das wäre ja Sozialismus oder Marxismus – und die sind bekanntermaßen total böse, wie uns die Parteien und Medien der Superreichen und Milliardäre glaubwürdig versichern…

Quelle: Der Standard

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