HomeKlassenkampfArbeiterklasse bezahlt Rekordprofite des Voestalpine-Konzerns

Arbeiterklasse bezahlt Rekordprofite des Voestalpine-Konzerns

Während die arbeitende Bevölkerung ärmer wird, lukrieren Privatkonzerne Milliardengewinne. Dabei gibt es einerseits einen ausbeuterischen kausalen Zusammenhang, andererseits hat die SPÖ- und ÖVP-Privatisierungspolitik staatliches Volkseigentum – wie in der VÖEST – gezielt vernichtet.

Linz. Falls sich jemand fragt, wohin das Geld verschwindet: Während die Teuerungswelle rollt und die Reallohnverluste der Arbeiterschaft immer gravierender werden, verzeichnet Österreichs zweitgrößter Industriekonzern, die Voestalpine AG, einen Rekordgewinn. Bei einem Umsatz von knapp 15 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2021/22 liegt der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei 1,45 Milliarden, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 330 Prozent bedeutet. Der Nachsteuergewinn des Stahl- und Technologiekonzerns weist bei 1,33 Milliarden Euro einen geradezu astronomischen Zuwachs von über 4.000 Prozent aus.

Profite explodieren, Löhne schrumpfen

Etwas mehr als 200 Millionen davon sollen an die Aktionäre fließen: Die Dividende pro Aktie wird von 50 Cent auf 1,20 Euro erhöht (plus 140 Prozent). Am meisten freuen sich darüber die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (13,3 Prozent Anteil) sowie die Oberbank (7,6 Prozent), der Rest geht an kleinere Anleger und die „Mitarbeiterstiftung“, die seit dem Jahr 2000 durch die Einbehaltung von Lohnerhöhungen konstruiert wurde und letztlich als Argument gegen Lohnerhöhungen verwendet wird. Auch deswegen gibt es seit langem – nicht erst jetzt wegen Krise und Inflationsgalopp – Reallohnverluste.

Insofern ist es vielsagend, die explodierenden Konzernprofite und Aktiengewinne der Realität der Arbeiterklasse gegenüberzustellen, die all diese privatkapitalistisch angeeigneten Vermögenswerte erst produziert. Mit dem Jahr 2022 stiegen in der Metallindustrie die KV-Löhne um 3,45 Prozent, die Ist-Löhne um drei Prozent. Diese Mini-Steigerungen sind nicht nur längst durch die Teuerung aufgefressen worden, sondern unterstreichen auch die eindrucksvolle Diskrepanz: Selbst wenn der Konzerngewinn auf ein Tausendfaches anwächst, werden der Arbeiterschaft nur Peanuts zugestanden, die weit unter der Inflationsrate liegen. Die Arbeiterklasse hat nichts von kapitalistischen Gewinnen, sondern sie bezahlt dafür. 

Privatisierung ist Diebstahl von Volkseigentum

Hinzu kommt: Das ehemals staatliche Unternehmen VÖEST war 1995 – noch unter SPÖ-Kanzlerschaft – zunächst teilprivatisiert worden, 2003 folgte unter der ÖVP/FPÖ-Regierung die vollständige Privatisierung. Deshalb stehen die Milliardengewinne des Konzerns heute nicht mehr einer über den Staat vertretenen Öffentlichkeit für sinnvolle Investitionen im Allgemeininteresse zur Verfügung, sondern vermehren nur die Profite und den Reichtum von Banken und Privatkapitalisten. Privatisierungen sind ein schönes Geschenk an das Kapital, umgekehrt sind sie letztlich eine Form des Diebstahls an der österreichischen Bevölkerung.

Die Verschleuderung von Volksvermögen durch SPÖ, ÖVP und FPÖ und die weitgehende Zerschlagung der verstaatlichten Industrie erweisen sich somit einmal mehr als schändlicher Verrat am österreichischen Volk und dessen sozialer und ökonomischer Sicherheit. Das nüchterne Ergebnis lautet: Die Profite wachsen, während die arbeitenden und die sozial benachteiligten Menschen unter die Räder kommen – die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Aber das ist eben auch „Sinn“ und Zweck der kapitalistischen Ausbeuterwirtschaft, bei der alle etablierten Parteien mitspielen.

Quelle: Der Standard

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