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Armut nimmt zu

Graz. Die Caritas Steiermark berichtet von Rekordnachfragen in vielen Bereichen. Über 60.000 Mahlzeiten wurden im vergangenen Jahr allein im Marienstüberl in Graz ausgegeben. Der Bedarf ist gestiegen, es ist die Rede davon, dass viele, die vor der Krise gerade über die Runden kamen, nun in die Armut abgestürzt und somit auf solche Hilfsangebote dringend angewiesen sind, um nicht hungern zu müssen. „Ich bin sehr dankbar, dass es uns gut gelungen ist, ein Modell zu finden, wie wir auch in diesem Jahr täglich 150 bis 200 Menschen versorgen konnten in einer Form, wo das vertretbar war“, sagt Caritas-Direktor Herbert Beiglböck gegenüber dem ORF.

Neben den Gratisspeisen versorgte die Caritas außerdem viele Menschen mit einem Schlafplatz in der Notschlafstelle und hat während der Pandemie auch ein Tagesangebot, das gut angenommen wurde und den Stress bei den Obdachlosen reduziere, ähnliches gilt auf für Städte wie beispielweise Salzburg. Ein solches Angebot würde aus sozialarbeiterischer Perspektive auch unabhängig von der Pandemie Sinn machen.

Es ist zu erwarten, dass im Laufe der Krise die Zahl der Hilfsbedürftigen tendenziell weiter steigen wird, vor allem auch aufgrund der angehäuften Schulden, die sich durch Engpässe während der Pandemie ansammelten. Die Krise verschärft die soziale Ungleichheit weltweit und in Österreich. Hilfen wie die der Caritas sind hier wichtig um unmittelbare Mängel auszugleichen, bieten jedoch keine Lösungen bei ständig steigenden Lebenshaltungskosten und gleichzeitig kaum steigenden Gehältern und Löhnen. Das Problem hat ein System, und das ist der Kapitalismus.

Quelle: ORF/Zeitung der Arbeit

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