HomeInternationalesChilenische Bergleute bestreiken größte Kupfermine der Welt

Chilenische Bergleute bestreiken größte Kupfermine der Welt

Die Arbeiter der Escondida-Mine in Chile treten in den Ausstand. Sie verlangen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, doch die britisch-australischen Eigentümer verweigern dies.

Santiago de Chile. In der Kupfermine La Escondida in der chilenischen Atacama-Wüste haben die Arbeiter einen Streikbeschluss gefasst. Die Unternehmensleitung ging auf die Forderungen der Bergleute nach höheren Löhnen, mehr Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen sowie besseren Arbeitszeiten und ‑bedingungen nicht ein, woraufhin die Gewerkschaft unter ihren Mitgliedern eine Befragung vornahm: 2.164 Bergarbeiter stimmten für den Streik, lediglich elf wollten das schlechte Gegenangebot der Betreibergesellschaft annehmen. Nun soll also die Produktion der Minera Escondida stillstehen, wie es auch in der Vergangenheit bereits wiederholt der Fall war.

Der betroffene Standort, der 1991 eröffnet wurde, ist die größte Kupfermine der Welt. Mit einer jährlichen Fördermenge von über 1,2 Millionen Tonnen erfolgen hier mehr als fünf Prozent der globalen Kupferproduktion. Die private Betreibergesellschaft gehört der australisch-britischen BHP Group (57,5 Prozent), mit 30 Prozent ist der berüchtigte Rio Tinto-Konzern beteiligt, mit 12,5 Prozent das japanische Unternehmen JECO. Chile ist generell der größte Kupferproduzent der Welt, in diesem Land lagern über 25 Prozent der bekannten Reserven der Erde – dementsprechend sind die internationalen Bergbau-Monopole an einer maximalen Ausbeutung hoch interessiert.

Daher sorgt die Verfügung über das wichtige Erz seit jeher für Konflikte. So war z.B. die Verstaatlichung der Kupferminen ein wichtiges Projekt der chilenischen Volksfrontregierung Salvador Allendes ab 1970, ehe diese mit Unterstützung der USA durch einen faschistischen Putsch im September 1973 gestürzt wurde – und die Minen in den Händen der imperialistischen Ausbeuter verblieben. Das hat sich bis heute nicht geändert, weswegen die chilenischen Bergleute immer wieder Arbeitskämpfe für ihre Rechte anstrengen müssen.

Quelle: ORF

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