Linz. In den oberösterreichischen Ordensspitälern kommt es am heutigen Donnerstag zu einem ganztägigen Streik. Über 93 Prozent der nicht-ärztlichen Beschäftigten haben sich in einer Urabstimmung für die Arbeitsniederlegung ausgesprochen. Betroffen sind alle acht Ordenskrankenhäuser des Bundeslandes, parallel dazu findet ab 10.00 Uhr eine öffentliche Streikversammlung in der Landeshauptstadt Linz statt.
Dem Streik sind vier ergebnislose Verhandlungsrunden über einen neuen Kollektivvertrag für rund 10.000 Beschäftigte vorausgegangen. Die zuständige Gewerkschaft vida fordert Lohnerhöhungen zumindest in Höhe der Inflation, eine schrittweise Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden sowie konkrete Maßnahmen zur Entlastung angesichts der massiven Arbeitsbelastung im Gesundheitswesen. Ein entsprechendes Angebot blieb bislang aus. Geboten werden derzeit lediglich eine Lohnerhöhung von 3,3 Prozent und eine Arbeitszeitverkürzung wird als unrealistisch abgelehnt.
Gemeinsam ein starkes Zeichen setzen
Mit dem ganztägigen Streik wollen die Beschäftigten den monatelangen Stillstand in den Verhandlungen durchbrechen. In allen Häusern wurden Streikleitungen eingerichtet, die den Ablauf koordinieren. Die Gewerkschaft betont, dass alle notwendigen Informationen direkt in den Betrieben weitergegeben wurden. „Je mehr Kolleg:innen sich beteiligen, desto stärker ist das Signal“, heißt es seitens der vida.
Streiken sei ein gesetzlich geschütztes Grundrecht und im Gesundheitsbereich von besonderer Bedeutung, so die Gewerkschaft: Gute Arbeitsbedingungen seien die Voraussetzung für eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten. Der Streik richte sich nicht gegen diese, sondern gegen unzureichende Rahmenbedingungen, die längst zum belastenden Normalzustand geworden seien.
Notdienst sichert Versorgung
Trotz Streiks soll die Versorgung von Notfällen und stationären Patientinnen und Patienten jederzeit gewährleistet bleiben. In Abstimmung mit den Beschäftigten aller Berufsgruppen wurden die Arbeitgeber frühzeitig aufgefordert, Notdienstvereinbarungen abzuschließen. Der Streik wurde bewusst langfristig angekündigt, um einen geordneten Ablauf zu ermöglichen. Die Verantwortung, Patientinnen und Patienten sowie Angehörige transparent über Verschiebungen oder Absagen von Untersuchungen, Behandlungen und Eingriffen zu informieren, liege bei den Krankenhausleitungen.
Nach Angaben der Ordensspitäler sind insgesamt 117 geplante Operationen vom Streik betroffen. Diese seien jedoch entweder bereits durchgeführt oder erfolgreich verschoben worden. In sechs der acht Häuser sind die Betriebsräte aktiv in den Streik eingebunden, an zwei Standorten haben sich die jeweiligen Betriebsräte bewusst gegen eine Teilnahme entschieden
Verhandlungsbereitschaft bis zuletzt
Sowohl Gewerkschaft als auch Arbeitgeber betonen weiterhin ihre Gesprächsbereitschaft. Die vida erklärte am Mittwoch, man sei „bis zur letzten Minute verhandlungsbereit“, sollten die Arbeitgeber den Streik noch abwenden wollen. Auch die Ordensspitäler ließen wissen, man wolle den „konstruktiven Dialog fortsetzen“ und arbeite mit Hochdruck daran, den Streiktag organisatorisch bestmöglich zu bewältigen.
Der Streik markiert dennoch eine neue Eskalationsstufe im Kollektivvertragskonflikt. Seit der letzten Verhandlungsrunde warten die Beschäftigten auf ein substanzielles Angebot.
Politik in der Verantwortung
Über den aktuellen Konflikt hinaus verweist die Gewerkschaft auf die politische Verantwortung für die Situation im Gesundheitswesen. Chronische Überlastung, Personalmangel und unzureichende Entlohnung seien keine Ausnahmen, sondern strukturelle Probleme. Erforderlich sind bessere Rahmenbedingungen, eine gesicherte Finanzierung öffentlicher Gesundheitseinrichtungen und spürbare Verbesserungen für die Beschäftigten.




















































































