Start Klassenkampf Gmundner Betrieb prellte Angestellten um 1.123 Überstunden

Gmundner Betrieb prellte Angestellten um 1.123 Überstunden

Arbeiterkammer Oberösterreich feiert die außergerichtliche Einigung auf lediglich ein Drittel der vorenthaltenen Zahlungen.

Linz. Über zwei Jahre lang hatte der Betriebsleiter einer Gebäudeservicefirma in Gmunden Überstunden, 24-Stunden-Bereitschaftsdienste, Sonn- und Feiertagsdienste geleistet, ohne dafür entsprechend bezahlt zu werden. Sein Boss verließ sich – offenbar zu Recht – darauf, dass der Angestellte aus Angst um den Job nicht gegen seinen Arbeitgeber vor Gericht ziehen würde. Doch schließlich reichte es dem Gmundner; er erklärte wegen Entgeltvorenthaltung den berechtigten Austritt aus seinem Dienstverhältnis und wandte sich an die Arbeiterkammer.

Unterm Strich hatten sich exakt 1.123 unbezahlte Überstunden angesammelt, zusammen mit der fehlenden Kündigungsentschädigung, einer aliquoten Weihnachtsrenumeration und anderen vorenthaltenen Zahlungen wurden 57.000 Euro beanstandet. Doch aufgrund kurzer Verfallsfristen konnten viele Ansprüche nicht realisiert werden und die Arbeiterkammer einigte sich mit dem Betrieb in einem Vergleich auf die Zahlung von 20.000 Euro brutto.

Heißt für den um seine Überstunden geprellten Kollegen unterm Strich: Ein jahrelanger Rechtsstreit, der schließlich nur etwa ein Drittel der ihm eigentlich zustehenden Summe brachte. Und das Unternehmen darf sich freuen, kein ordentliches Urteil kassiert, sondern sich lediglich auf einen Vergleich geeinigt zu haben.

Es gibt wohl kaum einen anderen Lebensbereich als das herkömmliche Arbeitsverhältnis, in dem das Zufügen finanzieller Schäden so weit verbreitet, so schwierig anfechtbar und zugleich so schnell verjährt ist. Ein Bankräuber würde jedenfalls nicht mit einem Vergleich davonkommen, in dem er zwei Drittel seiner Raubes behält.

Quelle: AK Oberösterreich

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