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Jobvernichtung bei Parfümerie-Kette Douglas

Trotz nach wie vor bemerkenswerten Einnahmen streicht die Parfümerie-Kette Douglas europaweit hunderte Standorte und tausende Arbeitsplätze – auch in Österreich.

Düsseldorf. Der Handelskonzern Parfümerie Douglas GmbH hat angekündigt, ihr europäisches Filialnetz massiv zusammenzustreichen. Von ca. 2.400 Standorten sollen bis 2023 etwa 500 schließen, also ein Fünftel. Rund 2.500 Angestellte sollen davon betroffen sein und ihre Jobs verlieren. Der Gutteil der ins Visier genommenen Filialen liegt den Angaben zufolge in Südeuropa, in der BRD werden 60 Geschäfte (von 430) zusperren. Von 45 Douglas-Filialen in Österreich werden fünf nicht weitergeführt – wie viele der 450 österreichischen Angestellten an andere Standorte transferiert werden, ist offen. Europaweit ist mit einem Personalabbau um 13 Prozent zu rechnen, womit mitten der Krise natürlich wieder die Arbeiterklasse die Zeche zu zahlen hat. Begründet werden die Maßnahmen zulasten der arbeitenden Menschen seitens der Konzernleitung mit Pandemie-bedingten Einbußen in der Geschäftsentwicklung, doch diese sind in Wahrheit überschaubar.

Insgesamt gingen die Erlöse im Geschäftsjahr 2020 um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück – dies sind jedoch immer noch nicht weniger als 3,2 Milliarden Euro. Als operativen Ertrag gab man 292 Millionen Euro an. Mittels (legaler) steuerrechtlicher Abschreibungstricks bleibt am Ende offiziell dann freilich ein Verlust von 517 Millionen. Deutlich gestiegen sind die Einnahmen aus dem Online-Geschäft, hier wurde 2020 erstmals die Grenze von einer Milliarde Euro Umsatz übertroffen. Diesbezüglich habe kein anderer europäischer Beauty-Händler in diesem Jahr absolut so stark zugelegt, sagt CEO Tina Müller. Den entlassenen Mitarbeiter nützt dies offenbar nichts, denn die Profite müssen weiter steigen und das will man mit Einsparungen erreichen: Pecunia non olet. Auch ansonsten gilt Douglas nicht gerade als mitarbeiterfreundlich, 2019/20 wurde eine österreichische Kollegin wegen einer intendierten Betriebsratsgründung gleich zweimal gekündigt. Die Douglas GmbH steht zu 85 Prozent im Eigentum des Finanzfonds CVC Capital Partners, einst von der US-amerikanischen Bank Citigroup gegründet, nach einem Management-Buy-Out mit steuerschonendem Firmensitz in Luxemburg angesiedelt.

Quelle: ORF

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