HomeKlassenkampfKapitalistische Krise: Insolvenzen steigen in Österreich an, Unsicherheiten bleiben

Kapitalistische Krise: Insolvenzen steigen in Österreich an, Unsicherheiten bleiben

Kärnten/Tirol/Wien. In mehreren Regionen Österreich melden der Kreditschutzverband (KSV) und die Schuldnerberatung, dass die Zahl der Insolvenzen zunehmen wird. Mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit, den Lockdowns und dem Ende Corona-Hilfen (z.B. Kreditstundungen) ist klar, dass viele Menschen und Kleingewerbetreibende die Schuldenlast nicht mehr stemmen können. Schon Anfang des Jahres ging man davon aus, dass die Zahl der Privatkonkurse in die Höhe schnellen könnte, so etwa um 40 Prozent in Oberösterreich laut der hiesigen Schuldnerberatung.

Allein in Tirol steigt die Zahl der Privatkonkurse um ca. 29 Prozent und liegt insgesamt bei 531 Fällen. Bei den Betriebsinsolvenzen liegt die Zahl laut ORF bei 87. Diese Entwicklung wird durchaus als positiv gewertet, weil endlich „etablierte wirtschaftliche Mechanismen“ sich durchsetzen würden. Die Insolvenzen werden vom KSV sinngemäß als reinigender Sturm bewertet, weil „schwache Betriebe“ sowieso hätten in Konkurs gehen müssen und am Markt nicht überlebensfähig wären. Zwar sei die Zahl der Privatkonkurse um knapp 16 Prozent niedriger als im Jahr 2019, aber von einer wirklichen Verbesserung kann kaum die Rede sein. In Wien zeichnet sich wie in anderen Regionen bereits eine massive Zunahme an Schuldnerberatungen bis zum Jahresende bzw. für das Frühjahr ab, wobei unklar bleibt, wie groß das Ausmaß wird. Überhaupt herrscht einiges an Unklarheit, wann und wie stark Insolvenzen zunehmen werden. Denn die Rahmenbedingungen bleiben konstant schlecht. In Kärnten geht man aktuell von einem Schuldenstand von 95 Millionen Euro bei den Betrieben aus. Die Verbindlichkeiten, also die Schulden, sind vor allem im Bausektor und der Gastronomie besonders hoch. Für Kärnten spricht der KSV in diesem Quartal für eine Zunahme von 50 Prozent. Mehr als 40 Prozent aller Insolvenzanträge seien erst ab Oktober gestellt worden.

Es zeichnet sich ab, was schon Anfang des Jahres klar wurde: Etliche Pleiten sind bislang nur hinausgezögert worden sind. Mitten in der kapitalistischen Krise und der daraus resultierenden, schärferen Konkurrenz zwischen den Unternehmen gerät auch ein Teil der kleinen und teilweise auch der mittelgroßen Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die großen Konzerne und Unternehmensgruppen haben hingegen umso stärker von Subventionen aller Art wie Kurzarbeit und direkte Wirtschaftshilfen profitiert, welche national und auch im Rahmen der EU-Recovery-Fonds organisiert worden sind. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten bleiben und mit dem Scheitern der Pandemie-Politik der bürgerlichen Regionen ist keine Trendumkehr in Sicht. Selbst wenn die absoluten Zahlen der Insolvenzen österreichweit aktuell nicht „explodieren“ sollten, werden die Betroffenen einen deutlichen sozialen Abstieg erleben. Hingegen aller optimistischen Gerüchte im März 2020, enthüllt sich das „Koste es was es wolle“ der gescheiterten ÖVP-Grüne-Regierung zum wiederholten Male als Versprechen des Staates, dem Kapital – primär dem Monopolkapital – unter die Arme zu greifen.

Quelle: ORF/ORF/ORF/Zeitung der Arbeit/Zeitung der Arbeit

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