HomeKlassenkampfPerfidie der kapitalistischen Inflation: Wasser teurer, Sekt billiger

Perfidie der kapitalistischen Inflation: Wasser teurer, Sekt billiger

Der Krisenkapitalismus und seine „Marktgesetze“ beglücken die Menschen mit massiven Preissteigerungen, die unmittelbare Lebensbereiche wie Wohnen und Energie betreffen. Es gibt aber auch bizarre Überraschungen.

Wien. Im März 2021 ist die Teuerungsrate in Österreich abermals deutlich gestiegen. Wie die Statistik Austria am vergangenen Freitag bekanntgab, ergibt sich gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von zwei Prozent bei den Verbraucherpreisen. Dies bedeutet auch einen höheren Anstieg der Inflation als noch im Februar. Besondere Preistreiber waren wiederum Wohnungsmieten (+5,3%) sowie verbundene Wohnkosten wie Strom (+5,6%), Heizöl (+3,5%) oder Gas (+2,3%). Auch für Instandhaltungskosten im Wohnbereich zahlte man im März um 2,2 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Bei den Nahrungsmitteln waren es diesmal Gemüse und Obst, die überdurchschnittlich teurer wurden. Im Bereich Verkehr und Mobilität stiegen die Kosten um 3,6 Prozent. Damit zeigt sich, dass es sehr grundlegende Dinge sind, die die Geldbörsen und Konten der Menschen vermehrt belasten.

Für die von Pandemie-Folgen und kapitalistischer Krise belasteten Arbeitenden und Arbeitslosen sind dies überaus schlechte und z.T. geradezu gefährliche Nachrichten: Gerade bei den Wohnungsmieten laufen nun Stundungen aus und somit Nachzahlungen auf, die sich viele ohnedies nicht leisten können – es drohen vermehrt Zwangsräumungen und damit Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit. Die hohen Energiepreise werden wohl zu manch einer Abschaltung und Kappung vom Netz führen. Eine anständige Ernährung ist angesichts solcher Teuerungsraten bei essentiellen Grundnahrungsmitteln – und sogar beim Wasser! – auch nur bedingt möglich, schließlich muss man in Relation stellen, dass die Lohnabschlüsse weiterhin hinter der Inflation zurückbleiben: Das bedeutet: Die Güter des Lebensbedarfs werden nicht nur teurer, sondern die Menschen haben real auch weniger Geld dafür zur Verfügung. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Sekt wurde um gleich 17,8 Prozent billiger – nun dann: Champagner her!

Quelle: Der Standard

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