HomeKlassenkampfVermehrt Pleiten und Schulden nach Krise

Vermehrt Pleiten und Schulden nach Krise

Viele Firmen stehen nach der Krise vor dem Aus und im besseren Fall vor langen Erholungszeiten. Sogenannte Mittelschichten werden zunehmend ärmer und riskieren den Absturz in die Schuldenfalle.

Lange Regenerationszeiten

Österreich. Durch die Covid19-Krise wird ein Anstieg an Firmenpleiten erwartet. Die Baubranche geht von einer Erholungszeit von 7,8 Monaten aus, das Gastgewerbe wird 15,9 Monate und der Dienstleistungssektor ganze 22,6 Monate brauchen, um sich vollständig von der Krise zu erholen. Besonders wird es Vorarlberg treffen, das ähnlich stark wie Tirol an der Grenzschließung litt. Mit 15,2 Monaten im Durchschnitt erwartet Vorarlberg die längste Regenerationszeit. Zwei Drittel der Unternehmen waren gezwungen, während der Krise öffentliche Unterstützung zu beantragen.

Krise trifft das ganze Land

In ganz Österreich rechnen Kreditschutzverbände mit einem Fünftel mehr Firmenpleiten. Insbesondere in den Bereichen Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel fürchten Firmen, die schon vorher wirtschaftlich schlechter dastanden, mit noch stärkeren Einbußen. Die ZdA berichtete bereits über die scheinbar bessere Lage in Kärnten und Oberösterreich und erklärte diesen Umstand „[…] zum einen mit Sonderregelungen und Stundungen von Krediten, Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen […], was bei etlichen Klein- und Kleinstbetrieben nur einen Aufschub der Probleme bedeutet, zum anderen könnten da und dort doch die staatlichen Hilfen zumindest eine Atempause verschafft haben.“ Mit einer großen Anzahl an Insolvenzen wird im Herbst und Winter gerechnet, die zu einer Proletarisierung führen würden: „Diese werden insbesondere im Einzelhandel und in der Gastronomie, also in Bereichen, die noch nicht so stark monopolisiert sind, die Tendenz der Monopolisierung verstärken. Die großen Konzerne werden überleben, während die kleinen Unternehmer Pleite gehen und Teil der Arbeiterklasse werden.“

Proletarisierung

Für die kommenden sechs bis zwölf Monate prognostiziert der Geschäftsführer der Schuldnerberatung, Thomas Berghuber, eine wesentliche Verschlechterung für breite Bevölkerungsschichten. Durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit werden mehr Menschen in die Schuldenfalle rutschen. Die Schuldenberatung erwartet 40% mehr Klienten, treffen soll es nun vermehrt Menschen aus der sogenannten Mittelschicht, die zwar bisher passabel situiert waren, jedoch nun mit den Schuldenrückzahlungen in Verzug kommen können. Ihnen droht damit die Proletarisierung.

Quellen: ORF / ZdA / ORF

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