HomeKlassenkampfVersprochene Entlastung für elementarpädagogisches Personal

Versprochene Entlastung für elementarpädagogisches Personal

Bereits seit längerem ist Thema, dass neben der Pflege auch in der Kinderbetreuung die Arbeitsbedingungen gelinde gesagt nicht ideal sind, was Personalengpässe verschärft. Nachdem die Elementarpädagogik föderal organisiert ist, haben zumindest einige Bundesländer Verbesserungen angekündigt.

Salzburg/Wien. Im Oktober dieses Jahres protestierten Kolleginnen und Kollegen aus den Kindergärten in Wien und anderen Städten lautstark. Damit machten sie sich Luft und auf die unzulänglichen Arbeitsbedingungen aufmerksam. Neben schlechter Bezahlung ist die dünne Personaldecke immer ein großes Thema. Für eine adäquate pädagogische Arbeit mit Kindern ab dem ersten Lebensjahr bis zur Einschulung braucht es einen angemessenen Schlüssel von Pädagoginnen und Pädagogen auf Kinder. Im Alter zwischen drei und der Einschulung liegt dieser vielerorts in Österreich bei einer Pädagogin auf bis zu 23 oder 24 Kinder. Hinzu kommt bisweilen noch eine halbe Hilfskraft, die jedoch formal keine pädagogischen Tätigkeit ausüben darf. Ausfälle wegen Krankheit können kaum kompensiert werden und es müssen dann schlicht noch mehr Kinder betreut werden.

Das stellt eines der großen Probleme in der Arbeit dar und führt zu einer immensen Belastung im Arbeitsalltag. Bereits unmittelbar vor den Protesten kündigte die Stadt Wien an, die Assistentinnenstunden zu verdoppeln, was eine Entlastung bringt, aber nicht ausreichend ist. Insbesondere in Wien, wo über 40 Prozent der Kinder eine andere Erstsprache als Deutsch haben, ist es eine besonders große Herausforderung, die Kinder zu bilden und zu erziehen, wenn es viele verschiedene Sprachen und Anforderungen gibt. Nun wurde auch vom Bundesland Salzburg zugesagt, die Situation in den Häusern anzugehen. Es wurde beschlossen, dass ab 20 Kindern pro Gruppe eine zweite padagogische Kraft eingesetzt werden müsse. Das führt zu einem zusätzlichen Personalbedarf von 200 Pädagoginnen und Pädagogen. Dieser kann anhand der Absolventinnen und Absolventen nicht sofort gedeckt werden. Viele Schülerinnen und Schüler der BAfEP gehen nach dem Abschluss außerdem aufgrund der herrschenden Arbeitsbedingungen nicht in ihr gelerntes Berufsfeld. Somit handelt es sich zwar um sinnvolle Schritte, jedoch muss an weiteren Stellschrauben gedreht werden, um gute Arbeitsbedinungen zu schaffen, die ja auch die Basis für qualitativ hochwertige Betreuung und Bildung darstellen.

Einen ausführlichen Bericht der Zeitung der Arbeit zu den Arbeitsbedinungen in der Elementarpädagogik findet man hier.

Quelle: ORF/Zeitung der Arbeit

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