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107 Fälle von Gedenkstättenschändungen aktenkundig

Anlässlich des 75. Jahrestag der Befreiung Österreichs vom deutschen Faschismus weist der KZ-Verband/Verband der Antifaschistinnen und Antifaschisten auf die hohe Anzahl an Schändungen von Gedenkstätten für die Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus hin.

Die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch das Innenministerium ergab, dass seit dem Jahr 2013 ganze 107 Fälle von Gedenkstättenschändungen aktenkundig sind. Davon würden allein 22 Schändungen die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Mauthausen betreffen.

Es muss Schluss sein mit Verharmlosung und Todschweigen von Angriffen auf antifaschistische Gedenkstätten. Dies sind keine Kavaliersdelikte!“, zeigt sich der Bundesvorsitzende des KZ-Verband/VdA, Harald Grünn, empört über die gängige Praxis den Rechtsextremismus und Neofaschismus in Österreich gezielt zu verharmlosen. Dies würde sich auch im Umgang mit den Gedenkstättenschändungen wiederspiegeln, denn nur ein Teil dieser Delikte sei überhaupt an die Öffentlichkeit gelangt.

Der KZ-Verband/VdA kritisiert zudem, dass es spätestens mit Beginn des Kalten Krieges 1948 mit der Aufklärung über die Verbrechen des Faschismus und der Aufarbeitung rasch wieder vorbei war. Der Antikommunismus ersetzte im Kalten Krieg den Antifaschismus. Jene, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus einsetzten, wurden bald nach der Befreiung wieder ins gesellschaftliche Abseits gedrängt, während die ehemaligen Nazis wieder hofiert, rehabilitiert und gefördert wurden, mahnt der größte überparteiliche Zusammenschluss der Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus.

Es waren die österreichischen Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer, die den in der Moskauer Deklaration von 1943 geforderten ‚eigenen Beitrag‘ zur Befreiung Österreichs vom Faschismus leisteten. Ihre Taten und ihr Opfer müssen in Erinnerung behalten, die historische Wahrheit und deren Gedenkstätten verteidigt werden“, erklärt Harald Grünn abschließend.

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