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Gesichtserkennungssoftware in Österreich im Einsatz

Seit längerem wird in Österreich über die Einführung von Gesichtserkennungssoftware debattiert. Nun ergab eine parlamentarische Anfrage, dass die umstrittene Software seit Anfang August nicht mehr im Test-, sondern im richtigen Einsatz ist. Diese Software soll der Polizei helfen, bei schweren Straftaten unbekannte Täterinnen und Täter zu identifizieren. Dies ist möglich, sofern diese bereits erkennungsdienstlich erfasst wurden. Das sind in Österreich rund 604.200 Fotos von Personen, die abgeglichen werden können. Es gab bereits 581 Abfragen, wovon 83 zu einer Identifikation geführt haben.

Kritik an Einsatz solcher Software wird laut

Der Einsatz von Gesichtserkennungssoftware durch die Polizei wird durch epicenter​.works strikt abgelehnt. Epicenter​.works ist eine Plattform, die sich mit Fragen der Vorratsdatenspeicherung und Datenschutz auseinandersetzt. Aus ihrer Sicht ist der Einsatz von Gesichtserkennungssoftware ein sehr schwerer Eingriff. „Es werden biometrische Daten gesammelt, analysiert und ausgewertet. Wir befürchten außerdem, dass der aktuelle Einsatz der Software nach und nach ausgeweitet werden wird und als Echtzeit-Tool fungieren könnte“, heißt es durch die Plattform.

Diese Kritik, ebenso wie die Fehlerquoten, scheinen den Innenminister Nehammer (ÖVP) jedoch wenig zu beeindrucken. Er hält fest, dass die Software nicht live genutzt wird und keine unmittelbaren Reaktionen aus diese resultieren. Auch der Fakt, dass die Nutzung solcher Software in einigen US-Städten bereits wieder eingestellt wurde, da diese rassistische Identifikation hervorbringt, scheint hier nicht relevant bei der Entscheidungsfindung zum Einsatz der Software. Wenngleich auch Nehammer einräumt, dass die Software je nach Personengruppe unterschiedlich treffsicher bei der Identifikation sei.

Quelle: futurezone/Zeitung der Arbeit

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