HomePolitikSchallenberg zieht in Bayern über die österreichische Neutralität her

Schallenberg zieht in Bayern über die österreichische Neutralität her

Der ÖVP-Außenminister mit Adelshintergrund lässt seinen Taten nun auch Worte folgen: Beim Ludwig-Erhard Gipfel am Tegernsee sprach er auch offen aus, was die Regierung real betreibt: „Neutralität ist keine Option“

BRD. Beim Stelldichein der politischen, wirtschaftlichen und medialen Wichtigtuer („Meinungsführertreffen“) ließ sich Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) gleich am Eröffnungstag des heurigen „Ludwig-Erhard-Gipfels“ zur Aussage hinreißen, dass „Neutralität vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges keine Option“ sei. Und das vom politischen Vertreter eines (immerwährend) neutralen Landes, der noch vor wenigen Monaten die besondere Bedeutung der militärischen Blockfreiheit betont und geradezu gepriesen hatte.

Der in noblen Palais aufgewachsene Adelsspross fällt damit real auch all jenen in den Rücken, die in den letzten Wochen – ob glaubwürdig oder nicht, sei dahingestellt – um eine friedliche Verhandlungslösung des Konflikts unter Einbindung der österreichischen Diplomatie bemüht waren. Stattdessen beschwört Schallenberg unter frecher Missachtung des Neutralitätsgesetzes die „transatlantische Einigkeit“. Fast könnte man meinen, der Außenminister habe sich am Tegernsee das Wording der BRD-Politikerkaste angeeignet, hoffend, dass man das in Österreich schon nicht mitbekommen werde.

Während sich Schallenberg also als braver Befehlsempfänger für Washington und Brüssel hervortun möchte, schadet er den letzten Resten von Ansehen, das Österreich als neutraler Vermittler weltweit noch genießen mag. Wobei dieser Ruf bereits durch das Hissen der israelischen Fahne am Bundeskanzleramt und Außenministerium schwer ramponiert war.

Quelle: The European

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