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Zum 60. Geburtstag Otto Bruckners

Am heutigen 24. Jänner feiert Otto Bruckner seinen 60. Geburtstag. Die Redaktion der Zeitung der Arbeit und der Parteivorstand der Partei der Arbeit Österreichs gratulieren.

Geboren wurde Otto Bruckner am 24. Jänner 1962 im südburgenländischen Oberwart. In dieser Region begann auch seine politische Tätigkeit, bereits in jungen Jahren war er in der Gewerkschaftsjugend und der SPÖ aktiv. Dass die Sozialdemokratie jedoch nicht die Heimat klassenbewusster Arbeiter und Handwerker und schon gar nicht einer auf den Sozialismus gerichteten Politik sein kann, erkannte der gelernte Tischler recht bald: Im Alter von 18 Jahren, im November 1980, trat Bruckner der damaligen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und deren Jugendorganisation KJÖ bei, und übte auch Funktionen im Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB) aus.

An der Spitze von KJÖ und KPÖ

Im Jahr 1985 wurde Bruckner zum Vorsitzenden der KJÖ und ins Zentralkomitee der KPÖ gewählt. In dieser Zeit gelang es, die KJÖ als antirevisionistische Jugendorganisation zu festigen und zu einem bedeutenden Faktor in der außerparlamentarischen Linken zu machen, aber auch eine relevante Rolle in sozialen, friedenspolitischen und antifaschistischen Bündnissen zu spielen. Die konterrevolutionären Ereignisse ab 1989 prägten auch die weitere Entwicklung der kommunistischen Bewegung in Österreich. Vor dem Hintergrund des Endes der sozialistischen Staaten Osteuropas und dem absehbaren Ende der UdSSR entstanden auch in der KPÖ entsprechende Brüche, die in Diskussionen über einer Abkehr vom Marxismus-Leninismus und die Umwandlung der Partei in eine linksbeliebige Struktur mündeten. Der Liquidationsversuch, der von der damals neuen Parteispitze ausging, konnte von der Mitgliedschaft abgewehrt werden: Der Grazer Parteitag von 1991 wies diese Selbstaufgabe zurück und versuchte die Bedingungen zu schaffen, um die weitere Existenz der KPÖ als revolutionäre Partei der österreichischen Arbeiterklasse zu garantieren. Ein Teil dessen war die Etablierung eines dreiköpfigen Bundessprecherteams, dem Otto Bruckner bis 1994 angehörte, womit er für die drei folgenden Jahre an der Spitze der KPÖ stand. Doch die Ereignisse hatten die KPÖ, wie viele kommunistische Parteien Europas, massiv geschwächt, und so gestaltete es sich schwierig, den weiteren Weg zu bestimmen.

Die Herausbildung einer Machtclique um Bundessekretär Walter Baier, die wiederum auf eine „linkspluralistische“ Orientierung setzte, verunmöglichte eine auf die Arbeiterklasse bezogene, auf dem Boden des wissenschaftlichen Sozialismus stehende Erneuerung der KPÖ – stattdessen begann eine „Erneuerung“, die opportunistisch, revisionistisch, reformistisch und, um es auf den Punkt zu bringen, letztlich antikommunistisch sein sollte. 1994 löste Baier die kollektive Parteiführung ab, fungierte als alleiniger Vorsitzender und setzte seine Agenda schrittweise durch. Otto Bruckner schied mit diesem Jahr aus dem KPÖ-Bundesvorstand aus. Spätestens ab der Jahrtausendwende, als die ideologische, programmatische und politische Verlotterung der KPÖ immer deutlicher wurde, begann sich wieder vermehrter innerparteilicher Widerstand zu formieren. Bruckner gehörte zu den prominenteren Kritikern der Baier-Linie, die in Hinblick auf den Parteitag 2003 knapp davorstanden, das Ruder herumzureißen. Doch es war das zögerliche Verhalten der KPÖ Steiermark, das Baier die knappe Wiederwahl ermöglichte und die restliche, v.a. in Wien und Tirol beheimatete Linksopposition um Gegenkandidat Manfred Eber im Regen stehen ließ.

Kampf um das marxistisch-leninistische Erbe

Im April 2004 erfolgte der letzte Versuch, mit der Gründung der Kommunistischen Initiative zur Erneuerung der KPÖ, als deren Sprecher Bruckner neben Werner Murgg und Gerhard Bruny fungierte, die linksoppositionellen Kräfte nochmals zu bündeln. Dies hatte gegenüber dem autoritären Parteiapparat jedoch keinen Erfolg. Mit einem inszenierten Putschparteitag von oben, der im Dezember 2004 in Linz durchgeführt wurde, riss der enge Zirkel um Baier alle Macht an sich. Die oppositionellen Bemühungen um einen demokratischen Mitgliederparteitag wurden per Klagdrohung unterbunden. Bereits zuvor war unter ebenso fragwürdigen Umständen der Beitritt der KPÖ zur linkssozialdemokratischen „Europäischen Linkspartei“ durchgesetzt worden.

Zu diesem Zeitpunkt kam Bruckner zu der Erkenntnis, dass der Kampf um die KPÖ verloren und eine weitere Führung desselben zwecklos war. Mit 1. Jänner 2005 erklärte er nach einem Vierteljahrhundert seinen Austritt aus der Partei. Mit Bruckner als Sprecher wurde die Kommunistische Initiative (KI) als eigenständige Organisation außerhalb der KPÖ gegründet, der die Aufgabe zukommen sollte, die verbliebenen marxistisch-leninistischen Kräfte zu sammeln, um schließlich zum Wiederaufbau einer revolutionären Partei der österreichischen Arbeiterklasse beizutragen. Eine Reihe linksoppositioneller KPÖ-Mitglieder folgte Bruckners Beispiel, andere wurden von der Baier-Administration ausgeschlossen, viele einfach so aus der Mitgliederliste entfernt. Missliebige Parteiorganisationen, wie in Wien-Ottakring oder Tirol, wurden einfach aufgelöst. Damit bestätigte sich Bruckners Einschätzung: Für Kommunisten war in dieser KPÖ kein Platz mehr.

Gründung der KI und der PdA

Mit dem eigentlichen Gründungskongress der KI zu Jahresbeginn 2006 übernahm Bruckner deren Vorsitz. 2008 war er maßgeblich an der Schaffung der Kommunistischen Gewerkschaftsinitiative (KOMintern) beteiligt, als deren erster AK-Rat er fungierte, als 2009 der Einzug in die Wiener Arbeiterkammer gelang. 2012 wurden in der KI die Weichen auf Gründung einer parteiförmigen Organisation gestellt, im Oktober 2013 fand nach entsprechender Vorbereitung der Gründungsparteitag der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) statt. Bruckner wurde zum Vorsitzenden gewählt und verblieb bis Dezember 2019 an der Spitze der PdA. Beim 4. Parteitag trat Tibor Zenker an seine Stelle, doch Bruckner blieb bis heute Mitglied des Parteivorstandes und in der Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden.

Es mag schwierig sein, die historische Bedeutung von Einzelpersonen einzuordnen, doch ist es gewiss keine Übertreibung, dass Otto Bruckner die kommunistische Bewegung Österreichs über Jahrzehnte entscheidend geprägt hat. Als Bundesvorsitzender der KJÖ und Bundessprecher der KPÖ ist dies offensichtlich, doch vielmehr geht es im Rückblick darum, dass es vor allem Bruckner zu verdanken ist, dass es mit der PdA heute wieder eine marxistisch-leninistische Partei in Österreich gibt. Diese arbeitet seit ihrer Gründung unter schwierigen Bedingungen und ist in ihrem Einfluss noch überschaubar, aber unter Bruckners Vorsitz wurden auch wichtige Fortschritte erzielt, auf nationaler, kommunaler wie internationaler Ebene. Und auch heute noch ist sein Wirken von großer Wichtigkeit, nicht zuletzt aufgrund seiner großen Erfahrung, die er im Parteivorstand der Partei der Arbeit sowie in der Redaktion der Zeitung der Arbeit (ZdA) einbringt.

In dieser Hinsicht ist zu hoffen, dass Otto Bruckner auch weiterhin bei guter Gesundheit und mit allem Elan im Sinne des Marxismus-Leninismus, der Arbeiterklasse und des Sozialismus tätig bleiben kann. Die ZdA und die PdA wünschen alles Gute zum runden Geburtstag und freuen sich auf die kommenden Jahre.

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