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Weltfriedenstag und Weltfriedensrat

Wien/Athen. Seit den 1950er Jahren wird am 1. September der Weltfriedenstag oder auch Antikriegstag begangen. Dieses Datum ist nicht willkürlich festgelegt, sondern wurde in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bewusst gewählt, da an diesem Tag im Jahr 1939 der deutsch-faschistische Imperialismus mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg begann, der 60 Millionen Menschen das Leben kostete.

Auch in der BRD gab es nach Ende des Zweiten Weltkrieges eine starke Friedensbewegung, die sich von den Schrecken und Untaten des Krieges abgrenzte. So rief der DGB 1957 unter dem Motto „Nie wieder Krieg!“ ebenfalls zu Massenaktionen auf. Die DDR hat natürlich ihre Lehren aus der Geschichte gezogen und zeigte sich neben dem Antifaschismus auch der Völkerfreundschaft, der Solidarität und stets auch dem Antiimperialismus verbunden. Demgemäß blieb die Nationale Volksarmee Zeit ihrer Existenz eine Armee des Friedens, die das Staatsterritorium schützte und nirgendwo intervenierte. Mit dem Weltfriedensrat (engl. World Peace Council; WPC/WFR) entstand außerdem bereits seit den späten 1940er Jahren eine globale Friedensbewegung, die u.a. dazu beiträgt, dass bis heute keine Atombomben mehr gezündet wurden.

Der Weltfriedensrat

Der WFR ist nach Selbstbeschreibung eine antiimperialistische, demokratische, unabhängige und parteiunabhängige internationale Bewegung für Massenaktionen. Er ist ein integraler Bestandteil der Weltfriedensbewegung und handelt in Zusammenarbeit mit anderen internationalen und nationalen Bewegungen. Der WFR ist die größte internationale Friedensstruktur mit Abteilungen in mehr als 100 Ländern.

Seit seiner Gründung stand der WFR für Frieden, Abrüstung und globale Sicherheit; für nationale Unabhängigkeit, wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit sowie Entwicklung, für den Schutz der Umwelt, der Menschenrechte und des kulturellen Erbes; für Solidarität mit und Unterstützung von Völkern und Befreiungsbewegungen, die für die Unabhängigkeit, Souveränität und Integrität ihrer Länder und gegen den Imperialismus kämpfen. Für einige Zeit war der Sitz des WFR auch in Wien, heute ist er in Athen.

Die Partei der Arbeit und der Frieden

Als kommunistische Partei ist die Partei der Arbeit per se dem Frieden verpflichtet und wirkt für diesen, indem sie für den Sozialismus kämpft. „Es ist eine Tatsache, dass nur sozialistische Gesellschaften nachhaltig friedensfähig wären. Daher ist der beste Beitrag zur Friedenspolitik, zu Antimilitarismus und Antifaschismus, für Abrüstung und Völkerfreundschaft der revolutionäre, internationalistische Klassenkampf für den Sozialismus.“ Sie hält in ihren Grundsätzen außerdem fest, dass der PdA ist bewusst sei, „dass der Imperialismus an sich nicht friedfertig sein kann, denn die verschiedenen imperialistischen Hauptmächte und ihre Verbündeten stehen immer im konkurrierenden Kampf um Rohstoffe, Absatzmärkte, Investitionsmöglichkeiten, billige Arbeitskräfte und Einflusssphären – er kann nur für bestimmte Perioden, unter bestimmten Bedingungen und durch das Wirken einer starken Friedensbewegung zum Frieden gezwungen werden. Eine Friedensgarantie gibt es nur jenseits des Imperialismus als Weltsystem.“

In diesem Wissen und in der Tradition der kommunistischen Bewegung veranstaltet die Partei der Arbeit Österreichs gemeinsam mit der Kommunistischen Jugend Wiens am 1. September um 17.00 Uhr eine Kundgebung zum Weltfriedenstag.

Quelle: PdA/Weltfriedensrat

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