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Keine kosovarische Flagge und Hymne in Spanien

Ungemach für die UEFA: Weil beim Fußballländermatch zwischen Spanien und dem Kosovo letzterem keine staatliche Anerkennung zukommen soll, droht in der WM-Qualifikation eine Absage.

Madrid/Priština. Die Königlich-Spanische Fußballföderation (RFEF) sorgt für Unmut in der selbsternannten „Republik Kosovo“: Das serbische autonome Gebiet, das sich 2008 auf albanisch-nationalistischer Grundlage, mit entsprechender Repression gegen die serbische und andere Minderheiten sowie mit militärischer Hilfe der NATO und EU faktisch separiert hat, wird von Spanien nicht als unabhängiger Staat anerkannt. Das hat Auswirkungen auf das Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022, das am 31. März 2021 in Sevilla zwischen Spanien und dem Kosovo stattfinden soll: Die RFEF will darauf verzichten, vor Matchbeginn die kosovarische Hymne „Evropa“ abzuspielen und die blaue „Nationalfahne“ mit den Umrissen des Territoriums zu hissen – derartiges ist vor Fußballländerspielen normalerweise üblich. Da der spanische Staat Kosovo und Metochien weiterhin als autonome Provinz der Republik Serbien betrachtet, möchte man dies dem De-facto-Regime im NATO/EU-Protektorat nicht zubilligen. Der kosovarische Fußballverband will dies allerdings nicht hinnehmen und droht damit, aus Protest nicht zum Quali-Spiel in Spanien anzutreten. Zudem erwartet man sich in Priština ein „Machtwort“ des europäischen Fußballverbandes UEFA.

Das wird freilich gar nicht so einfach, nicht nur, weil die spanische RFEF natürlich einer der wichtigsten Mitgliedsverbände der UEFA ist. Gleich 16 UEFA-Verbände repräsentieren europäische Staaten, die eine Anerkennung des kosovarischen Separatismus als eigenständigen Staat ablehnen – fünf davon sind in der EU, neben Spanien auch Griechenland, Rumänien, die Slowakei und Zypern. Und die mangelnde Anerkennung der „Republik Kosovo“, die uns die politischen Machthaber und Medien in Österreich gerne als fix verkaufen, setzt sich international fort: Gleich 78 UNO-Mitgliedsländer verweigern diese, darunter der Großteil Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sowie große Staaten wie z.B. Russland, die Ukraine, Brasilien, Mexiko, China, Indien oder Südafrika. Tatsächlich ist die 2008 erfolgte einseitige „Unabhängigkeitserklärung“ des Regimes in Priština v.a. ein Projekt des nordamerikanischen und westeuropäischen Imperialismus, wenngleich selbst in der NATO und EU nicht unumstritten. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Resolution 1244 des UNO-Sicherheitsrates Serbien die territoriale Integrität und Souveränität garantiert und 2010 vom Internationalen Gerichtshof als gültig bestätigt wurde.

Insofern ist die Entscheidung des spanischen Fußballverbandes durchaus nachvollziehbar. Und wenn die „Republik Kosovo“ das fragliche Auswärtsmatch zur WM-Qualifikation gerne boykottieren will, so kann die UEFA wohl nicht umhin, das Spiel mit einem 3:0 für Spanien am grünen Tisch zu werten. Damit käme die kosovarische „Nationalmannschaft“ eh ganz gut weg, denn am grünen Rasen würde es vermutlich eine höhere Niederlage setzen.

Quelle: Marca

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