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Balearen: Kommunisten kritisieren Öffnung für Tourismus

Spanien. Das balearische Komitee Kommunistische Partei der Arbeiter Spaniens (Partido Comunista de los Trabajadores de España, PCTE) ging anlässlich der erneuten Öffnungen der Inseln für den Tourismus mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit. Das Komitee der Inselgruppe hält fest, dass man bereits im vergangenen Sommer gesehen habe, dass die Tourismussaison Vorrang vor allen gesundheitlichen Aspekten hat. Spanien hat die dritte Welle der Pandemie noch nicht überstanden, und zwar eine Welle, die vor allem die Balearen getroffen hat, und es sind trotz dessen bereits Tausende von Touristinnen und Touristen auf den Inseln angekommen. Die PCTE kritisiert, dass Feriengäste somit problemlos einfliegen können, während die Kolleginnen und Kollegen, die auf den Inseln leben und arbeiten niemanden außerhalb ihrer engen Kerngruppe treffen oder die Inseln einfach verlassen können. 

In der Erklärung heißt es: „Die Regierung versichert uns, dass alle Maßnahmen ergriffen werden, dass es kein Risiko gebe und dass dies für die Wirtschaft der Inseln notwendig sei. Notwendig für wen? Mit einer Impfrate von weniger als 5 % der Bevölkerung, einem Gesundheitssystem, das erschöpft ist und seit Beginn der Pandemie nicht mehr ausgebaut wurde, und mit der Zentral- und Regionalregierung, die wieder einmal den Schwarzen Peter weiterreicht, welche Maßnahmen ergriffen werden und wer sie anzuwenden hat; können wir dann wirklich überrascht sein, wenn die vierte Welle kommt? Wenn die Krankenhäuser wieder überlaufen? Wenn man uns sagt, dass wir nicht verantwortlich gewesen sind?“

Die Partei kritisiert, dass sich auch im Bereich des Tourismus die Arbeitsbedingungen verschlechter haben, während die Touristiker den Kolleginnen und Kollegen in der Branche vorgaukeln im selben Boot zu sitzen, versuchen sie lediglich ihre Profite zu maximieren. Hierzu heißt es: „Schauen wir uns das Problem der Wirtschaft an. Die Wirtschaftskrise ist schon da, das ist unumstritten. Wie kommen wir aus der letzten heraus? Die Arbeitgeber kürzten die Löhne, verschlechterten die Bedingungen, stahlen Überstunden und Trinkgelder von den Arbeitern. Die Arbeiter sind nicht ausgestiegen; im Zusammenhang mit den verschlechterten Arbeitsbedingungen, der Befristung und der Prekarität haben wir gesehen, wie die Spekulation mit Wohnraum die Mietpreise auf einen unhaltbaren Punkt gebracht hat. Jetzt starten die Tourismusunternehmer die Kampagne „SOS Tourismus“ und sagen uns Arbeitern, dass wir eine große Familie sind und dass wir ihnen helfen sollen, Subventionen zu beantragen, um die Wirtschaft zu retten. Bedeutet das, dass sie aufhören werden, den Arbeitern miserable Bedingungen aufzuerlegen? Werden sie aufhören, mit Wohnungen und Touristenmieten zu spekulieren? Werden sie ein Modell des nachhaltigen Tourismus auf den Balearen anwenden? Offensichtlich nicht. Was sie wollen, ist, öffentliche Gelder zu erhalten, um die unglaublichen Gewinne auszugleichen, die sie im vergangenen Jahr nicht eingestrichen haben, während sie weiterhin das Gleiche tun: so viel Geld wie möglich aus den Inseln herausholen.“ Schließlich handelt es sich hierbei um ein Millionen- oder gar Milliardengeschäft, das für immensen Reichtum für wenige und Prekarität und Armut für sehr viele auf den Urlaubsinseln führt. „Zurück bleiben Prekarität und Armut, Wohnungen und Häuser zu exorbitanten Preisen und eine Baleareninsel, die durch den enormen Druck von Millionen von Touristen, die Jahr für Jahr anreisen, zunehmend verwöhnt wird.“

Die PCTE Balearen ruft zu einem organisierten Kampf gegen die Tourismusmonopole auf und fordert: „Verstaatlichung der Tourismusindustrie unter Arbeiterkontrolle. Entschädigungslose Enteignung der großen Hotelketten und Sozialisierung der Gewinne der Tourismusindustrie.“

Quelle: PCTE

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