Drei Wochen nach dem völkerrechtswidrigen Überfall der Vereinigten Staaten auf Venezuela und der Verschleppung von Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores durch die USA öffnet Venezuela den Erdölsektor für private Unternehmen.
Caracas. Das venezolanische Parlament billigte am Donnerstag in erster Lesung einen Gesetzesentwurf zur Reprivatisierung des Erdölsektors. Bevor er in Kraft tritt, muss er noch in einer zweiten Lesung bestätigt werden. Dann soll auch Privatkonzernen mit Sitz in Venezuela die Erschließung von Ölvorkommen gestattet werden, was bislang nur Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA vorbehalten war.
US-Energieminister Chris Wright verkündete in der vergangenen Woche, dass die USA derzeit etwa 45 Dollar pro Barrel venezolanisches Öl erzielen würden. Unter Maduro seien es noch rund 31 Dollar gewesen. Nach der Entführung Maduros im Rahmen der Operation „Absolute Resolve“ erklärte die US-Regierung, dass sie den Ölverkauf Venezuelas auf unbestimmte Zeit kontrollieren würden.
China dürfe laut US-Angaben weiterhin venezolanisches Rohöl kaufen, jedoch nicht mehr zu den niedrigen Preisen wie noch unter Maduro. Die US-Marine ist jedoch nach wie vor in der Karibik vor der Küste Venezuelas stationiert. Die Militäroperation führte dazu, dass zwei chinesisch beflaggte Tanker umkehrten, als sie venezolanisches Öl laden wollten.
Rund 300 Millionen US-Dollar (256 Millionen Euro) soll Venezuela durch den Verkauf von Erdöl an die USA bereits eingenommen haben. Dabei handle es sich lediglich um die ersten Erlöse aus dem Abkommen über die Lieferung von 50 Millionen Barrel Öl, das nach der Verschleppung Maduros getroffen wurde. An den künftigen Gewinnen sollen sich nun auch Privatkonzerne bereichern dürfen.
Außerdem kündigte die Trump-Regierung Aufhebungen und Ausnahmen von bestehenden Sanktionen an. Die Rohstoffhändler Vitol und Trafigura haben Berichten zufolge damit begonnen, insgesamt 4,8 Millionen Barrel venezolanisches Rohöl in Lagerzentren in der Karibik zu transportieren, nachdem sie vom US-Finanzministerium die entsprechenden Lizenzen erhalten hatten.
Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez betonte unterdessen, dass sich das Land in einem „Dialogprozess, einem Prozess der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten“ befinde. Rodríguez dürfte in den kommenden Tagen und Wochen außerdem nach Washington reisen. Das behaupten zumindest hochrangige Beamte des Weißen Hauses. Gegen die Interimspräsidentin verhängte US-Sanktionen, darunter das Einfrieren ihrer Vermögen, sind zwar noch immer in Kraft. Donald Trump selbst bezeichnete Rodríguez vor rund einer Woche nach einem Telefonat jedoch als „fantastisch“.
Quellen: Der Standard/Der Standard/Venezuelanalysis/ORF


















































































