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Arbeitsunfälle keine Seltenheit

In Österreich gehören Arbeitsunfälle leider auch aktuell zur Tagesordnung, diese fallen unterschiedlich schwer aus. In den letzten Tage stachen hier mehrere Schlagzeilen ins Auge, allein sechs Berichte zu Arbeitsunfällen gab es in den letzten sieben Tagen.

In Brunn/Wild in Niederösterreich stürzte am vergangenen Freitag ein 60-jähriger Arbeiter bei Arbeiten am Dach sechs Meter in die Tiefe auf einen Betonboden, nachdem eine PVC-Wellenlichtplatte unter ihm gebrochen war. Am Samstag sägte sich ein polnischer Arbeiter in Söll in Tirol mit der Kreissäge einen Teil des Zeigefingers ab, als er auf einer Baustelle Holzkeile zuschnitt. Am Montag verletzte sich ein 29-jähriger Kollege, als er in Wolfsberg in Kärnten nicht mehr in Betrieb befindliche Batteriemodule austauschte und es plötzlich eine große Stichflamme gab, obwohl die Batterien nicht am Stromkreis hingen. Der Arbeiter erlitt Verbrennungen. Am Dienstag wurde ein junger Landarbeiter in Scheffau in Tirol frontal von einem 250 Kilogramm schweren Heuballen, der herab stürzte, getroffen – er erlitt Verletzungen an Kopf und Brust. Am selben Tag stürzte in Freistadt ein Maler vom Gerüst und eine Näherin geriet mit ihrer Hand in die Industrienähmaschine und verletzte sich. Zu Mittwoch liegt keine Schlagzeile vor, aber am bisweilen kam es erneut zu mindestens zwei Arbeitsunfällen in Oberösterreich. Ein 54-jähriger Bauarbeiter geriet mit Kopf und Oberkörper bei dem Vorhaben ein Kable aufzurollen zwischen die große Kabelrolle und deren Halterung. Er musste mit dem Baukran geborgen werden. In St. Georgen bei Grieskirchen hat sich ein 18-Jähriger schwer an der Hand verletzt. Bei Ladearbeiten wurde sein Daumen fast vollständig abgetrennt.

Diese Beispiele verdeutlichen, dass Arbeitsunfälle in Österreich mit all ihren Konsequenzen für die Kolleginnen und Kollegen zur Tagesordnung gehören. Besonders häufig bei Arbeitern und am häufigsten am Bau. In Zeiten von Corona und Wirtschaftskrise mit steigender Arbeitslosigkeit steigt der Druck auf Kolleginnen und Kollegen zusätzlich. Arbeitsbedingungen, die besonders gefährdend sind, werden dadurch noch mehr in Kauf genommen als ohnehin. Auch mit ihrer Gesundheit zahlt die Arbeiterklasse für die Profite des Kapitals. Nur ein Bruchteil der Unfälle und Gesundheitsfolgen der Arbeiterklasse werden überhaupt von der AUVA auch als solche anerkannt und der Weg zur Anerkennung und damit zusammenhängenden medizinischen Maßnahmen ist vielfach ein steiniger. Kolleginnen und Kollegen, die ohnehin besonders unter der Lohnarbeit und ihren Folgen leiden, werden somit zu Bittstellerinnen und ‑stellern.

Quelle: MeinBezirk/MeinBezirk/MeinBezirk/MeinBezirk/MeinBezirk/ORF

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