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Frauen als Krisenverliererinnen

Neue Befunde der Professur für Wirtschaftssoziologie an der Universität Wien zeigen erneut, dass Frauen auch in der aktuellen Wirtschaftskrise die Verliererinnen sind. Es ist in kapitalistischen Krisen vielfach so, dass Frauen der Arbeiterklasse stärker als ihre männlchen Kollegen von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit betroffen sind. In der Coronakrise wird die Situation der arbeitenden Frau noch durch eine massive Doppelbelastung in Sachen Kinderbetreuung und Homeschooling weiter verschärft. 

Nach dem Austrian Corona Panel Project (ACPP) wurden im ersten Lockdown im April 2020 7,3 Prozent der Frauen und 4,8 Prozent der Männer arbeitslos. 27,4 Prozent der lohnarbeitenden Frauen wurden außerdem in Kurzarbeit geschickt, bei den Männer waren es 23,1 Prozent. In Sachen Kurzarbeit glichen sich die Anteile bis Juli an, jedoch blieben sieben Prozent der Frauen ohne Lohnarbeit, während sich die Lage der Männer stärker entspannte (3,2 Prozent).

Längere Arbeitslosigkeit hat auch gesundheitliche Konsequenzen, so führt dies beispielsweise zu einem höheren Risiko von Depressionen. Studien an der Cambridge Universität haben bspw. gezeigt, dass das Risiko für psychische Gesundheitsprobleme um ein Drittel sinke, wenn Menschen aus der Arbeitslosigkeit in Lohnarbeit mit einem Umfang von lediglich acht Stunden pro Woche wechselten. Neben einer Aufgabe geht es auch um Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen.

Situation von Frauen schon vor Corona schlechter

Besonders getroffen von der Krise sind die Frauen aus der Arbeiterklasse auch mehren Gründen. Auch vor der Krise befanden sie sich vielfach in schlechter bezahlten und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, sie starten somit in die Krise bereits von einer schlechteren Startposition. Mit dem Handel ist ein klassisch feminisierter Bereich besonders von den Lockdowns betroffen. Die Kinderbetreuungspflichten nehmen eher zu als ab. Und die Arbeiterklasse insgesamt muss für 8 von 10 Euro der Krisenkosten aufkommen und somit auch die Frauen aus dieser. Unter anderem deswegen ist der 8. März als Internationaler Frauentag heuer besonders wichtig, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und gemeinsam gegen siede zu kämpfen. Die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) hat in diesem Zusammenhang Verteilaktionen und Infostände unter dem Slogan „8. März – Weltfrauentag: Wir zahlen nicht für eure Krise!“ in den kommenden Tagen geplant. In Innsbruck in Tirol wird es am Samstag um 15.00 Uhr eine gemeinsame Kundgebung mit der Kommunistischen Jugend Tirol und dem Kommunistischen StudentInnen Verband Innsbruck zu diesem Anlass geben. Die Partei ruft dazu auf, sich zu melden, wenn man sich beteiligen möchte. Außerdem wird es am 08. März um 19.00 einen YouTube-Vortrag von Marie Jaeger zum Internationalen Frauentag, seiner Bedeutung für die Arbeiterklasse, seinen Ursprung sowie die Lage der arbeitenden Frau in Österreich geben.

Quelle: ORF

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