HomeKlassenkampfKein Glück für die Angestellten: Novomatic streicht 120 Jobs

Kein Glück für die Angestellten: Novomatic streicht 120 Jobs

Beim Hauptsitz des Glücksspielkonzerns Novomatic in Gumpoldskirchen werden zur Dämpfung der Krise 120 Stellen abgebaut.

Österreich/Gumpoldskirchen. In der momentanen Lage der Nation ist wenig Geschäft mit dem Glücksspiel zu machen: Die Menschen werden Tag für Tag ärmer und können sich den Jux, ihr Erspartes im Spielcasino bei großem Glück zu vergrößern, in den meisten Fällen aber arg zu verkleinern, nicht mehr leisten. Im Zuge des ersten Lockdowns schickte die Konzernführung fast die ganze österreichische Belegschaft in Kurzarbeit, zahlte aber gleichzeitig Dividenden aus (wir berichteten). Erst ab Oktober wurde normal weitergearbeitet. Der Verkauf von Glücksspielgeräten und Glücksspieltechnologie an andere Spielcasinos, etwa in die USA, ist auch stark zurückgegangen: Einer Aussendung des Konzerns zufolge sind „Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent bei internationalen Kunden“ verzeichnet worden. So wie beim ersten Lockdown wurden die zum Konzern gehörenden Admiral-Standorte ganz geschlossen. Gleichzeitig ergatterte sich Novomatic aber eine Sportwettlizenz für Deutschland, wo Wetten auch online angeboten werden dürfen.

Aus diesen Gründen und wegen der Covid19-Krise im Allgemeinen hat sich der Konzern dazu entschlossen, ein sogenanntes „Transformationsprogramm“ zu starten und einen nicht näher definierten, jedenfalls aber als „detailliert“ bezeichneten Sozialplan für die vom Transformationsprogramm betroffenen Menschen in die Tat umzusetzen.

Transformationsprogramm

Was der hübsche Euphemismus zu verdecken sucht, ist eigentlich nichts anderes als ein zehnprozentiger Stellenabbau. Weltweit beansprucht der Konzern die Arbeitskraft von 22.500 Werktätigen, in Gumpoldskirchen, dem eigentlichen Hauptsitz des Konzerns, sind es etwa 1200. 120 Stellen werden nun als Teil dieses Programms abgebaut:

„Aufgrund der aktuellen Situation in sämtlichen relevanten Märkten sind leider Kosten- und Kapazitätsanpassungen nicht ausreichend. Somit ist auch Teil des Transformationsprogrammes der Abbau von etwa 120 Stellen aus allen Unternehmensbereichen am Headquarter in Gumpoldskirchen – eine entsprechende Anmeldung beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (AMS) ist heute erfolgt“, ließ Johannes Gratzl, Vorstand der Novomatic, verlauten.

Den Novomatic-Vorstand lassen aber die Sorgen der gekündigten Arbeiterinnen und Arbeiter nicht etwa kalt: Für sie werden eine Telefon-Hotline und zusätzliche Beratungsangebote eingerichtet. Vielleicht erfährt man dort dann mehr vom detaillierten Sozialplan.

Quelle: ORF / derstandard​.at / Zeitung der Arbeit

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