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Laudamotion: Gewerkschaft Vida will weiterverhandeln

Die letzte – 15-stündige – Verhandlungsrunde über einen neuen Kollektivvertrag ist neuerlich gescheitert. Protestaktion von KOMintern am Flughafen Wien-Schwechat.

Wien/Schwechat. Nachdem die letzte Verhandlungsrunde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag neuerlich gescheitert ist, tritt die Gewerkschaft Vida für weitere Verhandlungen ein. Die Fluggesellschaft Laudamotion teilte mit, dass sie die 21 am Flughafen Wien stationierten Flugzeuge am Freitag ausgeflogen und auf andere europäische Flughafen verteilt habe. Damit will man offensichtlich den Druck auf die Gewerkschaft erhöhen. 

Auch WKO will Gehälter unter der Armutsschwelle

Die Gewerkschaft Vida hatte in den Verhandlungen einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der lediglich eine Umverteilung innerhalb der Belegschaft vorgesehen, und Ryanair keinen Cent mehr gekostet hätte, wie sie in einem Rundschreiben an die Laudamotion-Belegschaft betont. Der Vorschlag hätte beinhaltet, dass es keine Grundgehälter unter der Armutsschwelle gibt, und die Copiloten weniger Abstriche hinnehmen müssten. Nicht nur Laudamotion, sondern auch die Wirtschaftskammer lehnten diesen Vorschlag ab. Damit stellt sich auch die WKO weiterhin auf den Standpunkt, dass es Gehälter unter der Armutsschwelle geben soll. Nach den Vorstellungen der Gewerkschaft sollte die Fluglinie zur Kurzarbeit zurückkehren, und diese längerfristig in Anspruch nehmen, bis das Geschäft sich erholt habe.

Erpressungstaktik von Laudamotion-Eigentümer Ryanair

Dass es seitens des Laudamotion-Eigentümers Ryanair wenig Interesse an einer Fortführung der Basis Wien in der bisherigen Form gibt, ist evident. Die Gewerkschaft sollte daher die kampfbereiten Teile der Belegschaft, die es offensichtlich gibt, mobilisieren, anstatt immer weiter auf die Erpressung der Unternehmerseite einzugehen. Während Ryanair die Verhandlungen in Wien blockiert, werden bereits seit 13. Mai neue Mitarbeiter für andere Standorte gesucht.

In bürgerlichen Medien werden Stellungnahmen von Piloten, die sich hinter die Geschäftsführung stellen, groß aufgeblasen und gegen die Teilnahme von Betriebsräten anderer Fluglinien an den Verhandlungen polemisiert. Offensichtlich haben einige nicht verstanden, dass von den zuständigen Gewerkschaftsgremien verhandelt wird, und dieses besteht in diesem Fall logischerweise aus Mitarbeitern von Fluglinien.

Die Gewerkschaftsgruppe KOMintern protestierte am Freitag mit einer symbolischen Aktion am Flughafen Wien-Schwechat gegen den Abtransport der 21 Laudamotion-Maschinen und forderte die Gewerkschaft Vida zu Kampfmaßnahmen auf.

Wie bereits berichtet, hat das Arbeitsmarktservise eine Anzeige wegen Lohn- und Sozialdumping gegen Laudamotion eingebracht.

Quellen: austrianaviationnet/vida

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