HomePolitikCorona-Bonus kommt – viel später und noch seltener als angekündigt

Corona-Bonus kommt – viel später und noch seltener als angekündigt

Während Milliardäre und Konzerne im Eiltempo „Hilfsgelder“ kassierten, werden die tatsächlichen Helden der Arbeit schon seit weit über einem Jahr ignoriert. Im Dezember soll der längst versprochene Bonus für Beschäftigte im Gesundheitswesen kommen.

Wien. Es ist schon gewissermaßen die Never Ending Story der österreichischen Innenpolitik: Seit März 2020 wird über den Corona-Bonus für die hart arbeitenden Kolleginnen und Kollegen im Sozial- und Gesundheitsbereich diskutiert. Sie verrichteten trotz hohen Infektionsrisikos ihren Dienst, während sich die Anzugträger aus den Vorständen ins Homeoffice zurückzogen.

Bekommen haben die rund 190.000 Pflegerinnen und Pfleger, Beschäftigten in Ordinationen und Rettungsdiensten sowie das Betreuungs- und Reinigungspersonal bisher: Applaus, nette Worte, (leere) Versprechungen und keinen einzigen Cent. Denn zuerst wurde die Höhe des versprochenen Bonus von 1.000 auf 500 € reduziert, dann eine Berufsgruppe nach der nächsten aus dem Programm gestrichen: Rettungssanitäter, Reinigungskräfte in den Stationen, Pflegerinnen.

Und selbst diejenigen, die von der Bundesregierung noch als „würdig“ erachtet werden, den Corona-Bonus zu erhalten, wurden bisher im Regen stehen gelassen. Schon mehrmals wurde die Auszahlung verzögert und verschoben. Nun soll es im Dezember so weit sein. In den Spitälern erhält nur das Personal in Covid-Stationen die Einmalzahlung, an Zivildiener wurde ohnehin nie ernsthaft gedacht. Grundsätzlich gilt aber: Fix ist noch immer nix, weil keine verbindlichen und eindeutigen Zusagen gemacht werden.

Verachtung für die arbeitende Bevölkerung

Dabei würde im Gesundheits- und Pflegebereich eigentlich ohnehin in ganz anderen Größenordnungen Handlungsbedarf bestehen. Viele Kolleginnen und Kollegen sind völlig überlastet, es herrscht Personalnotstand, ein immer größerer Anteil hält den Job nicht auf Dauer durch. Mit ein paar Werbekampagnen – scheinbar der aktuelle Plan der Bundesregierung – wird das nicht behoben werden; ganz im Gegenteil steigert das nur den gerechtfertigten Zorn der Kolleginnen und Kollegen.

Im direkten Vergleich der Corona-Hilfsmaßnahmen zeigt sich die ganze moralische Verkommenheit der Bundesregierung und ihre Verachtung für die arbeitenden Menschen: Profitable Konzerne, viele davon ÖVP-Spender, bekommen Millionenbeträge quasi über Nacht; völlig egal, ob sie ihre Mitarbeiter bei der ersten Gelegenheit rausschmeißen. Dazu noch teure Steuergeschenke. Aber für diejenigen, die alles am Laufen gehalten haben, sollen schon 500 € symbolische Anerkennung nicht verdient und/oder zu teuer sein. Beim Helfen waren sie die Ersten, beim Geldverteilen der Regierung sind sie die Letzten.

Quelle: Kronen Zeitung

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