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Corona-Maßnahmen-Chaos geht weiter

Am Freitag sollen wieder einmal die Landeshauptleute gemeinsam mit Regierungsvertretern tagen. Das Ergebnis dieser informellen Gesprächsrunden ist meist widersprüchlich und diffus. Anstatt auf diese informellen Mauscheleien und Packeleien zu setzen, wäre es die Pflicht der Regierung und des Parlaments, strikte und klare Regeln, die jede/r versteht, bundesweit umzusetzen. 

Wien. Während Altbundeskanzler Sebastian Kurz die Corona-Pandemie zum wiederholten Mal vollkommen unverantwortlich für beendet erklärt hat, „ist leider alles eingetroffen, wovor wir schon im Sommer gewarnt haben – die Covid-Infektionszahlen steigen, wobei das Reservoir an ungeimpften Menschen als Motor für die Pandemie wirkt, sagt der Präsident der Ärztekammer, Thomas Szekeres. „Auch die Intensivstationen füllen sich wieder, und Operationen müssen verschoben werden“, so der Standesvertreter der Mediziner.

Unterdessen herrscht heilloses Chaos bezüglich der 3‑G-Regel am Arbeitsplatz, und auch sonst sind die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen dergestalt, dass sich kaum mehr jemand auskennt. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein sagt, dass aktuelle Studien belegen würden, dass der Impfschutz nach sechs Monaten nachlasse. Daher sei die Booster-Impfung in Zeiten rapide steigender Zahlen besonders wichtig, so der Minister in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Infektiologin Ursula Wiedermann-Schmidt und Virologin Monika Redlberger-Fritz.

Dritte Impfung dringend empfohlen, 1‑G wäre sinnvoll

Nachdem Risikogruppen und Ältere bereits im September den Aufruf zur Auffrischung nach sechs Monaten erhalten hätten, werde nun auch Jüngeren empfohlen, ebenfalls sechs bis zwölf Monate nach der letzten Impfung eine Boosterimpfung mit einem mRNA-Impfstoff in Anspruch zu nehmen. In Wien und Vorarlberg wurde bereits am Dienstag mit der Terminvergabe für Auffrischungsimpfungen begonnen.

Die zunehmenden Unklarheiten bezüglich der Dauer der Schutzwirkung der Impfung sowie der vorhandenen Antikörper nach einer Infektion würden in Bezug auf alle Bereiche, wo jetzt 2‑,2,5 oder 3‑G-regeln gelten, dringend nahelegen, dass auf eine 1‑G-Regel umgestellt wird, nämlich auf das Testen. 

Kritik kommt auch von der Vorsitzenden der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Barbara Teiber: „Während in manchen Bundesländern wie etwa Wien die Versorgung mit PCR-Tests durch Gurgeltests in Supermärkten gewährleistet wird, ist der Weg zum Test in anderen Regionen ein Spießroutenlauf. Wenn Beschäftigte am Montagmorgen getestet sein sollen, dann müssen Sie am Samstag unkompliziert die Möglichkeit zur PCR-Testung haben“.

„Wir haben prinzipiell Verständnis für Maßnahmen des Gesundheitsschutzes. Es muss aber gewährleistet sein, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihrer Arbeit nachgehen können. Undurchführbare Auflagen wie Testpflichten ohne Testmöglichkeiten darf es nicht geben. Die Bundesregierung muss hier ihrer Aufgabe nachkommen“, so die Gewerkschafterin.

Das Dahinwurschteln der Regierung geht weiter, eine Strategie ist nicht erkennbar. Am Freitag sollen wieder einmal die Landeshauptleute gemeinsam mit Regierungsvertretern tagen. Das Ergebnis dieser informellen Gesprächsrunden ist meist widersprüchlich und diffus. Anstatt auf diese informellen Mauscheleien und Packeleien zu setzen, wäre es die Pflicht der Regierung und des Parlaments, strikte und klare Regeln, die jede/r versteht, bundesweit umzusetzen.

Quelle: ORF/OTS

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