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Einzelgespräche bei MAN Steyr

Nach dem Betriebsurlaub des MAN-Werks in Steyr blühen den Kolleginnen und Kollegen neben Kurzarbeit Einzelgespräche mit dem Personalmanagement. Bei diesen Gesprächen geht es um die Unterzeichnung neuer Arbeitsverträge.

Steyr. Die Abwicklung im Sinne des Kapitals bei MAN-Werk in Steyr scheint eine Never Ending Story. Wie wir bereits berichteten, hofft der neue Eigentümer Sigi Wolf im September nur Halbzeit in Kurzarbeit gehen zu müssen und vielleicht ab Oktober in den Normalbetrieb gehen zu können. Aber unabhängig von dieser für die Kolleginnen und Kollegen unerfreulichen Entwicklung stehen ja nun nach den „erfolgreichen Deal“ Verschlechterungen an. Dieser Prozess beginnt nach den kürzlich beendeten Betriebsferien mit Einzelgesprächen, die seitens der Personalabteilungen mit den Kolleginnen und Kollegen am Standort geführt werden.

Einzelgespräche mit Kolleginnen und Kollegen

In diesen Einzelgesprächen geht es darum, dass die Kolleginnen und Kollegen einen neuen Vertrag mit Gehaltseinbußen zwischen 10 und 15 Prozent netto unterzeichnen sollen. Auch Überstundenpauschalen werden über den neuen Vertrag nichtig. Schmackhaft wird dieser in den Gesprächen mittels einer Übertrittsprämie von 10.000 Euro gemacht.

Die sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaften bestärkten im Rahmen der Verhandlungen die Hinhalte- und Erpressungstaktik der verschiedenen Konzerninstanzen rund um Volkswagen – Traton SE und natürlich Siegfried Wolfs WSA – welche allesamt trotz des viel beschworenen Standortsicherungsvertrages, trotz der schwarzen Zahlen und vollen Auftragsbüchern, Lohnraub und Arbeitsplatzvernichtung durchsetzen wollen und die genannten Verschlechterungen mit sich brachte. Die Einzelgespräche scheinen eine Möglichkeit, eben diese durchzusetzen und die willensstarke Belegschaft in Steyr individuell unter Druck zu setzen, Verschlechterungen in Kauf zu nehmen, die sie mit ihrem ursprünglichen Votum gegen die Übernahme ablehnten. Nun meldet sich die PRO_GE zu Wort und rät den Kolleginnen und Kollegen davon ab, den neuen Vertrag zu unterzeichnen. Der Gewerkschaftssekretär Alois Stöger äußert gegenüber dem Kurier: „Es gibt keinen Grund zu unterschreiben“. Wolf habe das Werk mit „allen Rechten und Pflichten“ übernommen. Aber anstatt gegen die Verschlechterungen zu mobilisieren oder gar eine geeinte Aktion gegen Einzelgespräche zusetzen, wird davon gesprochen, gegen etwaige Kündigungen juristisch vorzugehen, sofern diese nach einer Weigerung der Unterzeichnung ausgesprochen wurden.

Vereinte Stärke statt individueller Lösung

Wieder einmal wird seitens der sozialpartnerschaftlichen Führung die Kraft solidarischer und gemeinsamer Aktionen der Arbeiterschaft nicht erkannt, die eine Verbesserung nicht nur für einzelne Kolleginnen mit sich bringen könnte. Die Partei der Arbeit Oberösterreich rief deswegen bereits im Rahmen der Übernahme die Arbeiterinnen und Arbeiter dazu auf, „den Kopf zu heben und als geschlossene Front gegen die Erpressungsversuche der Unternehmen und Gewerkschaften aufzutreten. Echte Fortschritte kann nur die vereinte Aktion in der Arbeiterfront auf Basis eines Klassenstandpunktes erzielen.“

Quelle: Zeitung der Arbeit/Kurier/Partei der Arbeit

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